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Aufrüsten auf dem Balkan: Immer noch ein Pulverfass?

Aufmarsch der serbischen Armee während einer Militärübung in Pancevo Anfang Januar 2022
Aufmarsch der serbischen Armee während einer Militärübung in Pancevo Anfang Januar 2022 Copyright Darko Vojinovic/ The Associated Press
Copyright Darko Vojinovic/ The Associated Press
Von euronews
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Nicht nur Serbien und Kroatien stecken viel Geld in die Erneuerung ihrer Bewaffnung. Wir beleuchten die Hintergründe.

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Auf dem Balkan wird kräftigt aufgerüstet: Serbien will in diesem Jahr umgerechnet rund eine halbe Milliarde Euro ausgeben, um seine militärische Ausrüstung zu überholen. Unter anderem hat das Land die Panzerabwehrlenkwaffe Kornet aus russischer Fertigung angeschafft.

„Serbien ist für niemanden eine Gefahr"

Der serbische Verteidigungsminister Nebojsa Stefanović erläutert: „Serbien ist für niemanden eine Gefahr, sondern bewaffnet sich, damit die Armee in der Lage bleibt, das Land zu verteidigen. Auch wir sehen das, was andere tun. Für uns ist das kein Wettrüsten. Wir bringen dafür so viel Geld auf, wie wir für unser Land für als notwendig erachten.”

Auch Serbiens Nachbarländer - die meisten von ihnen sind Mitglied der Europäischen Union - stocken ihre Waffenkammern auf.

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Ungarn beschafft sich mehr militärische Ausrüstung als das gesamte ehemalige Jugoslawien zusammen.
Igor Tabak
kroatischer Militärsachverständiger

Igor Tabak, kroatischer Militärsachverständiger, sagt: „Ungarn beschafft sich mehr militärische Ausrüstung als das gesamte ehemalige Jugoslawien zusammen. Bulgarien und Rumänien erneuern ihre Ausrüstungen. Das muss man im Auge behalten. Und man muss auf einen weiteren Punkt hinweisen: Die Stellung der Länder um Serbien herum ist grundlegend anders. Kroatien, Slowenien, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Albanien, Nordmazedonien, Montenegro gehören der NATO an und einige der Länder sind Mitglied der Europäischen Union."

Kroatien plant die Anschaffung von Kampfflugzeugen im Wert von 1,2 Milliarden Euro, Bosnien und Herzegowina sowie das Kosovo rüsten ebenfalls auf.

Alle Länder des ehemaligen Jugoslawiens haben dasselbe Problem: Sie stützen sich auf die Technik der jugoslawischen Volksarmee
Vlade Radulović
serbischer Militärfachmann

Der serbische Militärfachmann Vlade Radulović meint: „Es gibt kein Wettrüsten auf dem Balkan. Alle Länder des ehemaligen Jugoslawiens haben dasselbe Problem: Sie stützen sich auf die Technik der jugoslawischen Volksarmee. Die Ansätze der Kriegsführung haben sich geändert. Einige Ausrüstungen sind veraltet. Man muss sich neue Waffen zulegen. Früher gab es keine Drohnen, jetzt muss man sie haben. Andererseits hatten sie früher nicht die Ausrüstung, die sie brauchten. Jetzt müssen sie die haben.”

Der Balkan war in den 1990er Jahren nach dem Zerfall der Republik Jugoslawien Schauplatz mehrerer Kriege. Die Auseinandersetzungen forderten hunderttausende Tote, Millionen Menschen wurden vertrieben.

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