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Ungeduld in the UK: Wo bleibt der "Partygate"-Bericht?

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Von Euronews  mit DPA/AP
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Ungeduld in the UK: Wo bleibt der "Partygate"-Bericht?
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Keir Starmer, der britische Oppositionschef, wird langsam ungeduldig - und er ist nicht der Einzige. Seit Tagen wartet Großbritannien auf einen internen Untersuchungsbericht zum sogenannten "Partygate" in der Downing Street.

Dieser verzögert sich jedoch und soll auf Bitten der Polizei zunächst nur in einer stark zensierten Version veröffentlicht werden - um eigene Ermittlungen nicht zu beeinträchtigen, hieß es.

Gesamte Regierung "gelähmt"

Skandalös, findet Sir Keir Starmer. Der Chef der Labourpartei forderte eine unverzügliche und vollständige Veröffentlichung der Untersuchung. "Denn wir befinden uns in einer Situation, in der die gesamte Regierung gelähmt ist, weil die Polizei nun untersucht, was der Premierminister in der Downing Street getrieben hat."

Der sogenannte Sue-Gray-Bericht soll klären, ob Premier Boris Johnson und seine Mitarbeiter mit geheimen Feiern während des Lockdowns Corona-Regeln verletzt haben.

Umstrittener Geburtstagskuchen samt Ständchen

Ein Bericht der Zeitung "Telegraph" sorgte für zusätzlichen Zündstoff. Demnach hatte Johnsons heutige Frau Carrie eine Geburtstagsfeier für ihn im Juni 2020 in der Downing Street organisiert. Carrie Johnson habe in Nachrichten an einen Spitzenbeamten darauf gedrungen, Mitarbeiter zu einem Ständchen zusammenzuholen und dem Premierminister einen Kuchen zu bringen. Private Treffen von Mitgliedern mehrerer Haushalte waren damals verboten.

Derweil wächst der Druck auf den britischen Regierungschef - auch aus den eigenen Reihen. Sollten sich die Lockdown-Verstöße bestätigen, droht Johnson ein Misstrauensvotum. Als möglicher Kandidat für seine Ablösung brachte sich zuletzt der konservative Abgeordnete und Johnson-Kritiker Tom Tugendhat ins Spiel.

Es wird erwartet, dass sich weitere Bewerber:innen profilieren, sollte der Untersuchungsbericht erscheinen.

Johnson selbst hat bislang so gut wie alle Fragen zum Party-Gate unter Verweis auf die laufenden internen Untersuchungen abgeschmettert und jegliche Kenntnis von Lockdown-Verstößen abgestritten.