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Familien auf den Philippinen hoffen auf Einnahmen aus Videospielen

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Von Euronews  mit AFP
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Videospiele mit denen man Geld verdienen kann, erfreuen sich auf den Philippinen großer Beliebtheit
Videospiele mit denen man Geld verdienen kann, erfreuen sich auf den Philippinen großer Beliebtheit   -   Copyright  JAM STA ROSA/AFP

Die Corona-Pandemie hat einiges verändert. Auch hier auf den Philippinen, wo viele Menschen ihre Jobs verloren und gezwungen waren, auf andere Art und Weise Geld zu verdienen, auch im Lockdown.

Als besonders erfolgreich stellten sich Videospiele wie "Axie Infinity" heraus, über die sich in Form von Kryptowährungen Geld verdienen lässt.

Im Spielverlauf erwerben Teilnehmer sogenannte NFTs, kurz für Non-fungible Tokens, die später an Krypto-Handelsplattformen gegen philippinische Pesos umgetauscht werden können.

Die Mehrheit der 2,5 Millionen täglich aktiven Spieler hat ihren Sitz auf den Philippinen.

"Das Geld verschafft uns das Einkommen, das wir brauchen. Ich konnte meine ausstehende Internetrechnung bezahlen; ich konnte meinen Eltern Geld geben, um Lebensmittel für uns zu kaufen, und vor allem konnte ich die Einschreibe- und Studiengebühren für meine Schwester bezahlen", sagt Dominic Lumabi. 

Er sitzt seit Juni vergangenen Jahres - als er pandemiebedingt seine Arbeit verlor - täglich zwei Stunden vor seinem Computer, um Kämpfe mit kugelförmigen Monstern auszufechten und sie zu züchten.

Um am Spiel teilnehmen zu können, muss jede:r Spieler:in sich mindestens drei Monster kaufen oder mieten. Jedes Monster und jeder Gegenstand, mit dem es ausgerüstet werden kann, ist ein sogenanntes NFT, also einmalig, weil es über die Blockchain-Technologie generiert wurde. Es kann somit nur einer bestimmten Spieler:in gehören.

Gewinnen die Monster einen Kampf gegen andere, erhält der Gewinner oder die Gewinnerin Coins der spieleigenen Kryptowährung SLP (kurz für "Small Love Potions"). Die Spieler:innen können aber auch neue Kreaturen züchten - allerdings ist das teurer, weil dazu eine weitere Kryptowährung benötigt wird, die nur begrenzt verfügbar ist (270 Millionen Stück) und deswegen mehr kostet. Die Spieler:innen müssen also neben erfolgreich absolvierten Kämpfen versuchen, eine Sammlung an möglichst wertvollen Monstern zu erwerben. 

Denn diese können dann auf Krypto-Handelsformen zum Tageskurs in Ether und dadurch in US-Dollar, Euro oder philippinische Pesos umgewandelt werden.

So verdient Lumabi monatlich bis zu 170 Euro dazu - ein Summe die ungefähr der Hälfte seines früheren Monatsgehalts entspricht.

Das Geschäft mit den Monstern des Spiels ist lukrativ für diejenigen, die über das nötige Kleingeld verfügen. Sie haben sogar Börsen eingerichtet - an denen die anteiligen Vermögenswerte berechnet und verkauft - oder aber eingefordert werden. 

Die Zahl der täglich aktiven Spieler:innen erreichte 2021 seinen Höhepunkt, damals erreichten auch die Preise für einzelne Monster und SLPs rekordverdächtige Summen. Doch seit dem Hype sind die Preise wieder abgestürzt, ähnlich wie bei anderen Kryptowährungen. Das wirkt sich natürlich auch auf die Einnahmen aus, die die Spieler:innen damit machen können. 

Hinzu kommt, dass der philippinische Staat Einnahmen wittert. Seit August 2021 müssen die Philippiner:innen ihre Gewinne aus dem Spiel versteuern. Für Dominic Lumabi kein Grund aufzugeben. Zwar sind seine monatlichen Gewinne um die Hälfte gesunken, aber er hat es geschafft, zwei Monster-Teams für seine Freundin und seine Schwester zu erwerben. 

Er sagt: "Solange ich 100 oder 1.000 Pesos im Monat verdienen kann, betrachte ich das immer noch als Gewinn."