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Polnische Grenzstadt Przemysl nimmt Flüchtlinge auf

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Von Monica Pinna
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Polnische Grenzstadt Przemysl nimmt Flüchtlinge auf
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Der Bahnhof Przemysl liegt gut zehn Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. Für Zehntausende von Ukrainern war es der erste sichere Hafen nach einer gefährlichen und anstrengenden Reise.

Bei ihrer Ankunft sagten uns viele Leute, sie hätten seit Tagen nicht geschlafen. Die Angst hielt sie wach.

Anastasiya (16) aus Kiew sagt: "Viermal in der Nacht war das Licht weg, wir lagen auf dem Boden. Wir waren in Lebensgefahr."

Viele, die aus Kiew kamen, konnten ihre Verzweiflung nicht verbergen.

Julia ist auch aus Kiew geflohen: "Wir haben die Bomben gehört, es war zwar weit weg, aber wir haben sie gehört und konnten die ganze Nacht nicht schlafen und früh am Morgen sind wir dann Richtung Westen geflohen. Es war sehr viel Verkehr und die Menschen waren verängstigt. Wenigstens sind wir noch am Leben. Es ist eine Tragödie."

Alle fünf Stunden kommt ein Zug aus der Ukraine am Bahnhof in dieser Grenzstadt an. Und dann versammeln sich Scharen von Freiwilligen, um Fahrten nach ganz Polen anzubieten. Sie bieten auch Nahrung und Unterkunft.

Dies ist das zweite Mal, dass dieses Paar hierher kommt. Sie bieten Menschen, die gerade angekommen sind, einen Transport in ihre Heimatstadt Krakau an. Es ist eine dreistündige Fahrt. Die Frau sagt: "Bei uns gibt es Menschen, die in kleinen Wohnungen leben, nur zwei Schlafzimmer, aber sie wollen helfen. Sie werden in einem Schlafzimmer wohnen und das zweite Schlafzimmer einer ukrainischen Familie überlassen."

Bürgermeister Wojciech Bakun sagt, dass Züge aus der Ukraine bis zu 2.500 Personen befördern können. Es ist viel zu bewältigen, Przemysl sei bereit für die Flüchtlinge: "Jede Stadt in Polen hat Pläne, Notfallpläne für diese Situation. Wir nehmen diese Menschen auf, wir geben ihnen Wasser, wir geben ihnen Essen, wir geben ihnen etwas Zeit zum Ausruhen und schicken sie weiter in andere Städte.“

Viele Ukrainer fliehen mit dem Ziel, Freunde oder Verwandte zu erreichen, die bereits in Polen oder anderen EU-Ländern leben. Sie befürchten, dass es lange dauern könnte, bis sie nach Hause zurückkehren können.