Dieser Inhalt ist in Ihrer Region nicht verfügbar

Noch 10.000 Holocaust-Überlebende in der Ukraine

Access to the comments Kommentare
Von Euronews  mit AP
euronews_icons_loading
v.l.n.r: Larisa Dzuenko Galina Uljanova und Tatyana Zhuravliova
v.l.n.r: Larisa Dzuenko Galina Uljanova und Tatyana Zhuravliova   -   Copyright  -Screenshot- AP

Als Kind waren sie Opfer von Nazi-Deutschland. Jetzt, im Alter, werden sie von Deutschland aufgenommen, damit sie dem Krieg in der Ukraine entkommen können. Galina Uljanova, Larisa Dzuenko und Tatyana Zhuravliova, alle drei 83 Jahre alt, durchlebten die schlimmsten Erinnerungen ihrer Kindheit erneut, als die ersten russischen Bomben auf Kiew fielen.

Die drei Frauen, die den Holocaust überlebt haben, nahmen die Hilfe der jüdischen Organisation "Conference on Jewish Material Claims Against Germany" - auch "Claims Conference" - an, die sie aus der Ukraine in Sicherheit brachte. Sie kamen am Wochenende nach einer 26-stündigen Reise in Frankfurt an und wurden in einem Pflegeheim untergebracht.

Schreckliches Déjà-vu für Holocaust-Überlebende

"Es macht Angst, daran zu denken, die Erinnerungen, ich habe mich sofort an alles erinnert", berichtet Tatyana Zhuravliova mit Tränen in den Augen von ihrem schrecklichen Déjà-vu in den vergangenen Wochen. Sie habe dieselbe Panik gespürt, die sie als kleines Mädchen erlebte, als die Nazis Luftangriffe auf ihre Heimatstadt Odessa flogen.

Damals floh Tatyana Zhuravliova mit ihrer Mutter nach Kasachstan, als die Schergen der Nazis begannen, Zehntausende von Juden in Odessa hinzurichten. Schätzungsweise 1,5 Millionen ukrainische Juden sind im Zweiten Weltkrieg von den Nazis ermordet worden.

Auch Galina Uljanova und Larisa Dzuenko waren als Kinder traumatisiert, als sie mit ihren Eltern vor den Nazis fliehen mussten. Uljanowa floh nach Kirgisistan und Dzuenko nach Usbekistan, bevor sie sich schließlich wieder in Kiew niederließen.

3.500 ukrainische Jüdinnen und Juden sind nach Deutschland gekommen

Überrascht waren sie über den Empfang in Deutschland, dem Land, das den Zweiten Weltkrieg und den Holocaust ausgelöst hatte. "Ich bin positiv überrascht, wie gut man uns aufgenommen hat, sehr gut, eine Eins plus. Ich würde hier gerne bleiben, solange mir in Kiew die Decke auf den Kopf fallen könnte", sagt Larisa Dzuenko, die damals als Ingenieurin in der Ukraine gearbeitet hat.

Seit letzter Woche sind rund 3.500 ukrainische Juden - junge und alte - in Deutschland angekommen. Die Regierung hat ihnen bereits einen Sonderweg zur dauerhaften Einwanderung angeboten, der Teil der laufenden Bemühungen ist, Juden seit dem Holocaust zu entschädigen.

Die in New York ansässige Claims Conference arbeitet für die Evakuierung mit ihren Partnern, darunter das American Jewish Joint Distribution Committee (JDC), zusammen, um so viele Holocaust-Überlebende wie möglich aus der Ukraine zu bringen.

Insgesamt haben die deutschen Behörden mehr als 250.000 Flüchtlinge aus der Ukraine registriert, obwohl die tatsächliche Zahl viel höher sein dürfte, da sie kein Visum für die Einreise benötigen.

In der Ukraine leben rund 10.000 Holocaust-Überlebende, von denen mindestens 500 dringend Hilfe benötigen. Einer von ihnen, Borys Romanchenko, starb am 18. März als eine russische Rakete seine Wohnung in Charkiw traf. Er war 96 Jahre alt.

***