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Neuer Brief an Scholz: "Erfolg des russischen Angriffskriegs verhindern"

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Von Euronews  mit ZEIT, dpa
Literatur-Nobelpreisträgerin Herta Müller (links) und die deutsch-ukrainische Politikerin und Publizistin Marina Weisband (rechts)
Literatur-Nobelpreisträgerin Herta Müller (links) und die deutsch-ukrainische Politikerin und Publizistin Marina Weisband (rechts)   -   Copyright  links: Michael Sohn/AP 2009; rechts: Johannes Eisele/AFP 2011

Der Wirbel um einen Offenen Brief, in dem deutsche Prominente um Feministin Alice Schwarzer Kanzler Olaf Scholz bitten, keine Waffen an die Ukraine zu liefern und vor einem 3. Weltkrieg warnen, geht weiter. Mit einer Gegeninitiative plädieren Intellektuelle um den Publizisten Ralf Fücks für die kontinuierliche Lieferung von Waffen. 

In einem gemeinsamen Brief an den Bundeskanzler schreiben sie, man dürfe die Ukraine nicht im Stich lassen. Es gebe keinen Unterschied zwischen "defensiven" und "offensiven" Rüstungsgütern. "In den Händen der Angegriffenen sind auch Panzer und Haubitzen Defensivwaffen, weil sie der Selbstverteidigung dienen", heißt es in dem Schreiben, das "Die Zeit" am Mittwoch veröffentlicht hat.

Unterzeichnet wurde der Appell unter anderem von dem Publizisten und ehemaligen Grünenpolitiker Ralf Fücks, den Schriftstellern Daniel Kehlmann und Maxim Biller, der früheren Leiterin der Stasi-Behörde Marianne Birthler, der Autorin Eva Menasse, dem Verleger Mathias Döpfner und der Historikerin Hedwig Richter.

Intellektuelle fordern: Erfolg des russischen Angriffskriegs verhindern

Weiter heißt es in dem Text, "wer einen Verhandlungsfrieden will, der nicht auf die Unterwerfung der Ukraine unter die russischen Forderungen hinausläuft, muss ihre Verteidigungsfähigkeit stärken und die Kriegsfähigkeit Russlands maximal schwächen". Die Unterzeichner forderten zudem eine Ausweitung wirtschaftlicher Sanktionen auf den Energiesektor. Es liege im Interesse Deutschlands, einen Erfolg des russischen Angriffskriegs zu verhindern.

Die Feministin Alice Schwarzer und andere Prominente wie der Schriftsteller Martin Walser hatten zuvor in einem am Freitag veröffentlichten Brief an Scholz appelliert, weder direkt noch indirekt schwere Waffen an die Ukraine zu liefern, um dem russischen Präsidenten Wladimir Putin kein Motiv für eine Ausweitung des Krieges auf die Nato-Staaten zu geben. Sie warten vor einem 3. Weltkrieg. 

Der Brief fand digital Zehntausende Unterstützer, traf aber auch auf heftige Kritik. Alice Schwarzer und Co. forderten Anstrengungen für einen raschen Waffenstillstand und einen "Kompromiss, den beide Seiten akzeptieren können". 

Vor allem wegen der Forderung eines "Kompromisses" wurde den Briefunterzeichnern Kurzschtigkeit und Naivität vorgeworfen. Sie würden von den Ukrainern quasi verlangen, sich zu ergeben, um einen Krieg für alle abzuwenden, lautete die Kritik im Netz.    

Die 57 Erstunterzeichner:innen des neuen Offenen Briefs auf Change.org sind: Stephan Anpalagan, Gerhart Baum, Marieluise Beck, Marie von den Benken, Maxim Biller, Helene von Bismarck, Marianne Birthler, Prof. Tanja Börzel, Wigald Boning, Hans Christoph Buch, Mathias Döpfner, Prof. Sabine Döring, Thomas Enders, Fritz Felgentreu, Michel Friedman, Ralf Fücks, Marjana Gaponenko, Eren Güvercin, Rebecca Harms, Wolfgang Ischinger, Olga Kaminer, Wladimir Kaminer, Dimitrij Kapitelmann, Daniel Kehlmann, Thomas Kleine-Brockhoff, Gerald Knaus, Gerd Koenen, Ilko-Sascha Kowalczuk, Remko Leemhuis, Sabine Leutheusser-Schnarrenberger, Igor Levit, Sascha Lobo, Wolf Lotter, Ahmad Mansour, Marko Martin, Jagoda Marinić, Prof. Carlo Masala, Markus Meckel, Eva Menasse, Herta Müller, Prof. Armin Nassehi, Ronya Othmann, Ruprecht Polenz, Gerd Poppe, Antje Ravik Strubel, Prof. Hedwig Richter, Prof. Thomas Risse, Prof. Gwendolyn Sasse, Prof. Karl Schlögel, Peter Schneider, Linn Selle, Constanze Stelzenmüller, Funda Tekin, Sebastian Turner, Marina Weisband, Deniz Yücel, Prof. Michael Zürn.

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