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Zukunft des Weinbaus? Warum Kaltblüter Traktoren Konkurrenz machen

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Von Euronews mit AFP
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Ein Kaltblüter bei der Arbeit in einem französischen Weinberg
Ein Kaltblüter bei der Arbeit in einem französischen Weinberg   -   Copyright  AFP

Auf Château de Rouillac im Bordelais ist der Percheron Titan der heimliche Star des Weinguts. Der Kaltblüter ist zu einem unverzichtbaren Helfer in den Weinbergen geworden. Seine Vorteile gegenüber motorisierten Pflügen und andereren Fahrzeugen liegen auf der Hand. Hufe belasten den Boden weniger stark als Reifen. Pferde benötigen keine fossilen Kraftstoffe und ihr Feinstaubausstoß ist gleich null.

Laurent Cisneros ist der Eigentümer von Château Rouillac und zufrieden mit seinem tierischen Engagement: "Wir haben ein paar kleine Berechnungen angestellt, und heute haben wir mit einem Anteil von fast 60 Prozent an Pferden auf unserem Weingut unseren Kohlenstoff-Fußabdruck um 15 Prozent reduziert, verglichen mit Traktoren."

Tierische Zugkraft statt Traktoren. Aber Kaltblüter mit einem Stockmaß von bis zu 1 Meter 70 zu führen ist kein Kinderspiel. Deshalb gibt es die Winzer-Pferdeschule in der Gironde, im Herzen der Grands Crus.

Audrey und Raphaëlle trainieren dort gerade um die Pferde Hector und Barbara zu führen. Eigentlich ist Raphaëlle Auszubildende auf einem Weingut. Aber die Zwischenstation Pferdeschule ist für sie Spaß und Herausforderung zugleich: "Das Schwierigste an der Einführung ist, alle Gesten zu koordinieren, an alles zu denken, an das Pferd, an seine Position, an das Werkzeug, darauf zu achten, dass das Pferd sich nicht verletzt."

Pferdearbeit: präzise und schonend

Das Pferd arbeitet langsamer als der Traktor, ermöglicht aber laut der Ausbilderin Sophie Parel eine "präzisere Arbeit". Es ist darauf trainiert, beim geringsten Widerstand anzuhalten und reißt die Reben nicht nieder,

Parel betrieb etwas Eigenwerbung: "Immer mehr Weingüter überlegen, Pferde wieder im Weinberg einzusetzen, denn Pferde sind eine echte Alternative zu Geräten, die fossile Brennstoffe benötigen.Sie können sich zum Beispiel leichter auf Flächen bewegen, die für den Traktor unzugänglich sind. Sie verdichten den Boden weniger, und es gibt weniger Lärmbelästigung. Sie sind eine Alternative oder Ergänzung zum Traktor. Mit diesem Ziel wurde die Schule im Jahr 2019 gegründet. Letztes Jahr, im Jahr 2021, wurden 40 Personen ausgebildet."

300 Weingüter sollen in Frankreich bereits die Zugkraft von Pferden nutzen. Sie sind die Vorreiter einer möglichen Wende hin zu einem ökologischeren Weinbau.