Atomland Frankreich will mehr Erneuerbare

Windturbinen des Offshore-Windparks Saint-Nazaire vor der Küste der Halbinsel Guerande in Westfrankreich
Windturbinen des Offshore-Windparks Saint-Nazaire vor der Küste der Halbinsel Guerande in Westfrankreich Copyright Stephane Mahe/AP
Von Vincent Ménard
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Frankreich keine Wahl, Brüssel macht Druck: 2020 war Frankreich das einzige EU-Land, das seinen Zeitplan für die Energiewende nicht eingehalten hat.

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Atomland Frankreich will – und muss - bei den erneuerbaren Energien zu den europäischen Nachbarn aufschließen. Bis 2050 sollen 50 Offshore-Windparks entstehen, allein um den zusätzlichen Energienbdarf in den kommenden Jahrzehnten zu decken. 

Diese Pläne muss die französische Regierung aber noch durchs Parlament bringen: Agnès Pannier-Runacher ist französische Energiewende-Ministerin, sie begrüdet dieGesetzesinitiative vor der Nationalversammlung: "Das ist der Anteil an Elektrizität, den wir bis 2050 zusätzlich produzieren müssen, um unseren wachsenden Strombedarf für Industrie, Verkehr und Gebäude zu decken, wenn wir die erste Industrienation weltweit werden wollen, die sich von fossilen Brennstoffen verabschiedet und Kohlenstoffneutralität erreicht."

Für dieses ehrgeizige Ziel wird die französische Regierung kämpfen müssen – die Gegner von Windkraftanlagen zu Land sind zahlreich. Marc-Antoine Chavanis ist Pressesprecher des Vereins für Denkmalschutz: "Bis 2025 müssen wir die Zahl der Windkraftanlagen in Frankreich verdoppeln. Wir haben 8.000, wir brauchen 16.000. Die Idee ist, die Maßnahmen zu beschleunigen, aber auf übertriebene Weise an Standorten, die nicht geeignet sind."

Frankreich hat keine Wahl, und Brüssel macht Druck

Neben der Windenergie will die französische Regierung auch die Solarenergieproduktion um den Faktor 10 steigern. 2020 war Frankreich das einzige EU-Land, das seinen Zeitplan für die Energiewende nicht eingehalten hat. Das Ziel liegt bei 30 % bis 2030, der Anteil der Erneuerbaren betrug 2020 nur gut 19 %. Frankreich liegt damit im Schnitt der europäischen Länder, die aber forcieren den Ausbau stärker.

Auch Deutschland will 30 % bis 2030 erreichen – und lag 2020 bei etwas über 19 Prozent.

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Ziele bis 2030 für erneuerbare Energien in Europaeuronews Grafik

In anderen europäischen Ländern sind die Ziele für erneuerbare Energien wesentlich anspruchsvoller als in Frankreich. Ambitionierte Ziele haben vor allem die Südländer mit Zielwerten zwischen 40 und 50 Prozent bis 2030, Dänemark will 55 und Schweden sogar 65 Prozent Erneuerbare erreichen.

Andere Länder haben deutlich weniger ehrgeizige Programme, wie Malta, wo nur 11,5 % des Bedarfes aus erneuerbaren Energien geplant sind.

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