In diesen Ländern der Welt schrumpft die Bevölkerung...

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Von Euronews
Eine Krankenpflegerin kümmert sich um ein Neugeborenes in einer Klinik in Fuyang, in der Anhui-Provinz. 17. Januar 2023
Eine Krankenpflegerin kümmert sich um ein Neugeborenes in einer Klinik in Fuyang, in der Anhui-Provinz. 17. Januar 2023   -   Copyright  AP/Chinatopix

Zum ersten Mal seit über sechs Jahrzehnten ist die Bevölkerung Chinas im Jahr 2022 zurückgegangen. Jetzt steht das Land vor der Herausforderung, junge Menschen dazu zu bewegen, Kinder zu bekommen und in absehbarer Zeit auch ältere Menschen dazu zu bringen, länger zu arbeiten.

Aber China ist nicht das einzige Land, in dem die Bevölkerung schrumpft. 

In vielen Ländern - vor allem in Europa und Asien - wird die Bevölkerung in den kommenden Jahrzehnten zurückgehen, wenn sich die im Juli letzten Jahres von der UN veröffentlichten Prognose für das Jahr 2100 bewahrheitet. In anderen Ländern ist die Bevölkerung bereits seit einer Weile rückläufig.

Bevölkerungen, die bereits rückläufig sind

In acht Ländern mit mehr als 10 Millionen Einwohnern ist die Bevölkerung in den letzten zehn Jahren zurückgegangen. Die meisten davon sind europäische Länder.

Neben der Ukraine, deren Bevölkerung durch die russische Invasion stark zurückgegangen ist, nimmt die Zahl der Menschen in Italien, Portugal, Polen, Rumänien und Griechenland ab.

Die Gründe für den Rückgang sind vielfältig und zum Teil länderspezifisch, aber allen Ländern gemeinsam ist die niedrige Geburtenrate, d. h. Frauen bekommen im Durchschnitt weniger Kinder als früher.

In Deutschland kämpft die Regierung seit Jahrzehnten mit rückläufigen Geburtenraten. Laut Statistischem Bundesamt wurden im Jahr 2022 (Januar bis Oktober) 6,6 % weniger Geburten als im Vergleichszeitraum im Durchschnitt der Jahre 2019 bis 2021 verzeichnet.

Nach Angaben der Weltbank liegen die Fertilitätsrate in diesen süd- und osteuropäischen Ländern zwischen 1,2 und 1,6 Kindern pro Frau. Um eine Bevölkerung stabil zu halten, sind mehr als 2 Kinder pro Frau erforderlich.

Hinzu kommt eine riesige Abwanderung in Polen, Rumänien und Griechenland, wo deutlich mehr Menschen ins Ausland gehen als im Land bleiben.

Außerhalb Europas erlebt auch Japan einen Rückgang seiner alternden Bevölkerung. Dies ist vor allem auf die niedrige Geburtenrate von 1,3 Kindern pro Frau und die geringe Zuwanderung zurückzuführen.

Die Bevölkerung in Japan ist zwischen 2011 und 2021 um mehr als 3 Millionen Menschen geschrumpft.

Das Gleiche gilt für den Nahen Osten. In Syrien wurde die Bevölkerung durch den mehr als ein Jahrzehnt andauernden, zermürbenden Krieg dezimiert. Millionen von Flüchtlingen sind in die Nachbarländer und darüber hinaus geflohen.

Nach Schätzungen der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte (SOHR) wurden bei den Kämpfen rund 606 000 Männer, Frauen und Kinder getötet.

Diejenigen, die bald rückläufig sein werden

China - derzeit das bevölkerungsreichste Land der Welt - hat sich jahrelang über die Auswirkungen seiner alternden Bevölkerung auf die Wirtschaft und die Gesellschaft Sorgen gemacht. Ein Rückgang der Bevölkerung war aber in den kommenden zehn Jahren erstmal nicht erwartet worden.

Die am Dienstag bekannt gewordene Tatsache, dass es jetzt weniger Menschen in China gibt, wird sich voraussichtlich zu einem dauerhaften Trend entwickeln, der die Bevölkerung in den kommenden Jahren beeinflussen wird.

Prognosen zufolge wird China bis zum Jahr 2100 fast die Hälfte seiner Bevölkerung verlieren und so von mehr als 1,4 Milliarden auf 771 Millionen Einwohner schrumpfen.

Russland, Deutschland, Südkorea und Spanien werden sich diesem Abwärtstrend anschließen, auch dort wird die Bevölkerung wird bis 2030 abnehmen.

Die Bevölkerung Europas insgesamt soll Prognosen zufolge bereits in diesem Jahrzehnt zu schrumpfen beginnen.

Es gibt jedoch einige Ausnahmen.

Während die Bevölkerung Europas, Amerikas und Asiens bis zum Jahr 2100 abnehmen dürfte, wird die Zahl der Menschen in Afrika weiter ansteigen.

Der afrikanische Kontinent wird bis zum Jahr 2100 von 1,4 auf 3,9 Milliarden Einwohner anwachsen. Etwa 38 % der Weltbevölkerung leben dann in Afrika, verglichen mit etwa 18 % heute.