Montenegro nach Ära Djukanović - Richtung EU, Serbien, Russland?

Der 36-jährige Jakov Milatović
Der 36-jährige Jakov Milatović Copyright AP Photo/Risto Bozovic
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Von Euronews
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Der neue Präsident Jakov Milatović und seine Europa-Jetzt-Bewegung bekennen sich zum angestrebten EU-Beitritt des Landes, stehen aber auch für eine enge Anbindung an Serbien.

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Nach fast 33 Jahren ist die Ära Djukanovićs zu Ende. Er war einer der letzte Politiker aus der Phase der jugoslawischen Zerfallskriege. Der neue Präsident Jakov Milatović und seine Europa-Jetzt-Bewegung bekennen sich zum angestrebten EU-Beitritt des Landes, stehen aber auch für eine enge Anbindung an Serbien. 

Milatović wurde von fast allen Parteien unterstützt, in der zweiten Wahlrunde auch von den pro-serbischen. Beobachtern zufolge könnte sich die außenpolitische Ausrichtung des Landes ändern. 

"Sie werden uns nie wieder spalten, sie werden uns nicht verarmen lassen, und sie werden den Staat nicht mit Verbrechen und Korruption aushöhlen", so Wahlsieger Milatović . "Jetzt bewegt sich Montenegro vorwärts, hin zu Wohlstand, zu Gleichheit, zu einem Land der Gerechtigkeit, des Vertrauens und des Miteinanders."

Das NATO-Mitglied Montenegro hat sich nach anfänglicher Weigerung den Sanktionen der EU gegenüber Russland angeschlossen. Dennoch befürchten Beobachter, dass ein politischer Einfluss Moskaus auf Podgorica weiterhin bestehen könnte. 

Milatović erhielt 60 Prozent der Stimmen, Djukanović 40 Prozent. Mit dem Verlust des Präsidentenamtes scheidet Djukanovic auch aus der letzten Machtposition aus, die ihm noch geblieben war. Denn bereits vor mehr als zwei Jahren war seine sozialistische Partei bei der Parlamentswahl einer Koalition aus proserbischen und Reformparteien unterlegen.

"Montenegro hat gewählt, ich respektiere diese Wahl. Ich gratuliere Jakov Milatović zu dem Vertrauen, das er bei den Präsidentschaftswahlen erhalten hat", so Djukanović. "Ich wünsche ihm, dass er ein erfolgreicher Präsident wird, denn wenn er ein erfolgreicher Präsident ist, kann Montenegro auch ein erfolgreiches Land sein, das seinem Ziel näher kommt."

Auf den Straßen aller größeren Städte in Montenegro wurde gefeiert. Doch schon am 11. Juni stehen in dem Land außerordentliche Parlamentswahlen an. Djukanovic hatte vor der Präsidentschaftswahl das Parlament aufgelöst und Neuwahlen angeordnet.

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