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Prigoschin in St. Petersburg: Will oder kann Putin den Wagner-Chef nicht abservieren?

Putins Afrika-Gipfel in St. Petersburg, auf dem Jewgeni Prigoschin gesehen wurde
Putins Afrika-Gipfel in St. Petersburg, auf dem Jewgeni Prigoschin gesehen wurde Copyright Sergei Bobylev/TASS Host Photo Agency
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Von Kirsten Ripper mit AP, AFP,F24, CNN
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Ein Foto von Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin bei Putins Afrika-Gipfel in St. Petersburg macht im Internet die Runde und wirft viele Fragen auf.

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Zum Afrika-Gipfel, den Russlands Präsident in St. Petersburg organisiert, sind weniger Staats- und Regierungschefs gekommen, als Wladimir Putin erwartet hatte. So hat Félix Tshisekedi - der Präsident der Demokratischen Republik Kongo - seine Teilnahme kurz vor dem Treffen abgesagt. Dass Putin mehreren afrikanischen Staaten Getreidehilfen anbietet - im Kampf gegen eine Krise, die Russlands Präsident durch den Krieg gegen die Ukraine selbst mit ausgelöst hat, wird nicht nur von westlichen Staaten kritisiert.

Wagner-Chef für Russlands Afrika-Politik weiter wichtig?

Überraschend macht ein Foto vom Chef der Wagner-Privatarmee Jewgeni Prigoschin die Runde, der in einem Hotel in St. Petersburg einen Vertreter eines afrikanischen Landes trifft. Das Bild wurde zunächst vom Leiter des russischen Hauses in der Zentralafrikanischen Republik, Dmitri Syty, auf Facebook verbreitet.

Experten von France 24 haben bestätigt, dass Prigoschin den Protokollchef der Zentralafrikanischen Republik getroffen hat. Danach sind noch weitere Bilder von Prigoschin mit Vertretern afrikanischer Staaten aufgetaucht.

Meduza-Journalist Kevin Rothrock schreibt im sozialen Netzwerk Twitter (das Elon Musk jetzt X nennt): "Ratet mal, wer sich im Trezzini Palast Hotel in St. Petersburg während des Russland-Afrika-Gipfels amüsiert". 

Das Hotel soll Medienberichten zufolge dem Wagner-Chef selbst gehören. Sowohl Putin als auch Prigoschin kommen aus St. Petersburg. Einst galten sie als Vertraute, als Freund wollte Prigoschin Putin nicht bezeichnen. Im Kreml gilt des Unternehmer wegen seiner kriminellen Vergangenheit als kaum präsentabel.

Putin wolle oder könne sich nicht von Prigoschin trennen, meint Guardian-Journalist Pjotr Sauer. Seit Jahrzehnten beeinflusst der Unternehmer auch die öffentliche Meinung mit Kampagnen in den sozialen Medien in Afrika.

Eigentlich hatte der Kreml die Wagner-Kämpfer nach Belarus ins Exil geschickt. Und vor wenigen Wochen wurde auch ein Foto von Jewgeni Prigoschin in einem Zelt auf einem Feldbett - offenbar in Belarus - verbreitet.

Der Unternehmer Prigoschin hatte zuvor in einem Video mitgeteilt, seine Kämpfer würden sich eine Zeit lang in Belarus aufhalten, um Kräfte zu sammeln und um dann wieder in Afrika im Einsatz zu sein. Die Wagner-Truppen setzen in vielen afrikanischen Staaten - oft mit extrem brutalen Methoden - Interessen Russlands durch. Doch in der öffentlichen Meinung gilt der Kreml teilweise bis heute als anti-kolonialistische Macht und Gegenpart zu Kolonialstaaten wie Frankreich.

Nach dem jüngsten Putsch im westafrikanischen Niger sind pro-russische Parolen skandiert worden.

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