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Wenn sich die Erde auftut: Polen hat ein Senkloch-Problem

Dieses riesige Senkloch ist in der Nähe des polnischen Ortes Hutki aufgetaucht. Minenarbeiten hatten den Erdfall provoziert.
Dieses riesige Senkloch ist in der Nähe des polnischen Ortes Hutki aufgetaucht. Minenarbeiten hatten den Erdfall provoziert. Copyright Euronews
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Von Euronews
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In Polen tauchen vermehrt Senklöcher auf. Wo zu nah an der Oberfläche gegraben wurde, senkt sich die Erde ab - was gerade in Wohngebieten lebensgefährlich werden kann.

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Überall in Polen haben Gebiete, in denen unter Tage gearbeitet wurde oder immer noch gearbeitet wird, mit Senklöchern zu kämpfen. Allein um die Stadt Trzebinia drohen 270 Hektar abzusinken.

"Seit dem letzten Jahr hatten wir einen gewissen Ausbruch dieser Ereignisse", erklärt Tomasz Zołądź, stellvertretender Bürgermeister von Trzebinia.

Bereiche des alltäglichen Lebens sind betroffen

"Es besorgt die Bewohner sehr, weil es Bereiche betrifft, die sie täglich nutzen: Seien es ihre Kleingärten, der Friedhof oder unsere Sportbereiche, Sport- und Tennisplätze. Unser örtliches Gemeindezentrum musste außerdem geschlossen werden", so Zołądź weiter.

Aktuell werde die Gegend rund um die Schule untersucht, auch unmittelbar unter den Häusern der Einwohner:innen herrsche Erdfall-Gefahr.

Die Bewohner:innen der Region erzählen, dass es sogar gefährlich sein kann, Pilze zu sammeln – zu immer mehr Wäldern wird der Zutritt verboten, weil akute Senkloch-Gefahr besteht.

Die Regierung steht in der Kritik: keine Lösung in Sicht

"Wir würden gerne mehr Informationen zu dem Thema erhalten, um uns sicherer zu fühlen. Es gibt immer mehr Senklöcher, also wäre es gut, auf dem Laufenden gehalten zu werden", beschwert sich Joana, die in einem gefährdeten Gebiet lebt.

Die Einwohner:innen kritisieren auch die mangelnde Unterstützung der Regierung und die Planlosigkeit bei der Lösung des Problems. Wenn Senklöcher auftauchen, werden sie zwar schnell gefüllt – die Ursache wird jedoch nicht behoben.

"Natürlich wird die Bedrohung durch Senklöcher fortlaufend beobachtet, zum Beispiel im Fall Siersza (geschlossene Mine in Trzebinia, Anm.d.Red.), wo die Gefahr größer ist und diese Senklöcher leider sehr häufig auftauchen", erklärt Sylwia Jarosławska-Sobór, Sprecherin des Zentralen Bergbau-Instituts in Katowice.

Städten wie Trzebinia könnte eine Evakuierung drohen

Senklöcher könnten jedoch auch an Orten auftauchen, wo sie bisher nicht vorgekommen seien, so die Sprecherin weiter. Besonders dort, wo nah an der Oberfläche gegraben worden sei, sei das Risiko hoch.

Die Senkloch-Problematik wird häufig als regionales Phänomen abgetan, dabei ist es für viele Einwohner:innen Polens eine ernsthafte Bedrohung. Sollte sich die Lage in Städten wie Trzebinia verschlimmern, ist es gut möglich, dass Teile der Bevölkerung evakuiert werden müssten.

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