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Gazastreifen: Wasserversorgung soll offenbar wiederhergestellt werden

Zerstörte Gebäude nach israelischen Luftangriffen auf Gaza-Stadt im Zentrum des Gazastreifens
Zerstörte Gebäude nach israelischen Luftangriffen auf Gaza-Stadt im Zentrum des Gazastreifens Copyright Abed Khaled/AP Photo
Copyright Abed Khaled/AP Photo
Von Euronews
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Im Gazastreifen wird die Lage vor Israels erwarteter Bodenoffensive immer dramatischer. Nun vereinbarten die USA und Israel, die dort lebenden Menschen wieder mit Wasser zu versorgen. Israel erhofft sich davon eine Reaktion.

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Eine Woche nach Beginn des Kriegs zwischen der Terrororganisation Hamas und Israel ist die Zahl der Toten im Gazastreifen auf 2450 gestiegen. Das teilte das Gesundheitsministerium in Gaza, das auch der Hamas untersteht, mit. Rund 9200 Menschen seien verletzt worden.

Damit ist die Zahl der berichteten Toten auf der palästinensischen Seite binnen gut einer Woche bereits höher als während des Gaza-Kriegs 2014, als innerhalb von 50 Tagen 2250 Menschen in dem Küstenstreifen ums Leben kamen. Damals waren auch 66 israelische Soldaten und fünf Zivilisten getötet worden.

Wasserversorgung im Süden Gazas soll wiederhergestellt werden

Die Lage der von Versorgungsgütern abgeschnittenen mehr als zwei Millionen Bewohnerinnen und Bewohner des Gazastreifens wird unterdessen immer dramatischer. Immerhin: Israels Ministerpräsident Netanjahu und US-Präsident Biden haben vereinbart, die Wasserversorgung im Süden der Küstenenklave wiederherzustellen. Israel erhofft sich davon, eine schnellere Flucht der Zivilbevölkerung in jenen Teil des Gazastreifens.

Dies werde dazu beitragen, dass die Zivilbevölkerung wie von Israels Armee gewünscht den Norden der Küstenenklave räumt und sich in den Süden bewegt, schrieb Israels Energieminister Israel Katz am Sonntag auf der Plattform X (vormals Twitter). Israels Militär könne so die Zerstörung der Infrastruktur der islamistischen Hamas im Norden des Gazastreifens intensivieren. Augenzeugen und Medienberichten zufolge war die Wasserversorgung im Küstenstreifen am Abend zunächst aber noch nicht wiederhergestellt.

Nach dem Terrorangriff der Hamas auf Israel vor einer Woche hatte Katz die Grundversorgung der Zivilbevölkerung im Gazastreifen an die Freilassung der israelischen Geiseln in der Hand der Islamistenorganisation geknüpft. Die Vereinten Nationen forderten Israel jedoch auf, die Versorgung der Menschen in dem abgeriegelten Gebiet mit Nahrung, Wasser, Medikamenten und Treibstoff zuzulassen.

Beobachter gehen davon aus, dass das israelische Militär die mehr als eine Million Palästinenser im Norden des Küstenstreifens zur Evakuierung in den Süden aufgefordert hat, weil eine Bodenoffensive bevorsteht.

US-Außenminister Blinken trifft saudischen Kronprinz

Derweil setzt US-Außenministers Blinken seine Krisendiplomatie im Nahen Osten fort. Am Sonntag traf er sich in Riad mit dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman.

Saudi-Arabien strebe eine Deeskalation in dem Konflikt an, sagte bin Salman nach Angaben von Staatsmedien. Aus dem US-Außenministerium hieß es, Blinken habe betont, dass sich die USA "unermüdlich dafür einsetzen, die Terroranschläge der Hamas zu stoppen, die Freilassung aller Geiseln sicherzustellen und eine Ausweitung des Konflikts zu verhindern".

Bereits am Samstag hatte sich Blinken mit seinem saudischen Kollegen Faisal bin Farhan Al Saud in Riad getroffen. Er war außerdem bereits in Israel, Jordanien und Katar. Nach einem Besuch in den Vereinigten Arabischen Emiraten kehrte er am Sonntag zurück nach Saudi-Arabien, traf den Kronprinz und flog von dort nach Ägypten und wollte nach Presseberichten am Montag wieder zum Anfang seiner Reise nach Israel.

Irans Außenminister trifft Hamas-Chef in Katar

Unterdessen ist Irans Außenminister in der katarischen Hauptstadt Doha mit dem Chef der Hamas zusammengekommen. Hamas-Anführer Ismail Hanija traf Irans Minister Hussein Amirabdollahian am späten Samstagabend, wie Videos der staatlichen Nachrichtenagentur Irna zeigten. Die im Gazastreifen herrschende islamistische Palästinenserorganisation Hamas hatte vor einer Woche ihren Großangriff auf Israel begonnen.

Das Golfemirat Katar gehört seit etwa 15 Jahren zu den wichtigsten Unterstützern der Hamas. Das reiche Emirat greift der islamistischen Bewegung vor allem politisch unter die Arme und leistet finanzielle Hilfe, etwa beim Wiederaufbau von Infrastruktur nach israelischen Angriffen. Hanija selbst lebt in Katar.

USA verlegen weitere Kriegsschiffe nach Nahost

Die USA verlegen weitere Kriegsschiffe ins östliche Mittelmeer, unter anderem den Flugzeugträger "USS Dwight D. Eisenhower", den Lenkwaffenkreuzer "USS Philippine Seaw" und zwei Zerstörer. Sie sollen sich den bereits in die Region verlegten Schiffen anschließen, wie das Verteidigungsministerium in Washington mitteilte. Die Kriegsschiffe sollen sich demnach nicht an Kampfhandlungen beteiligen, sondern der Abschreckung dienen. Das Weiße Haus betonte auch, dass man nicht plane, Bodentruppen nach Israel zu schicken.

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