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Israel verstärkt Angriffe gegen Hamas

Israel rückt verstärkt gegen Hamas vor
Israel rückt verstärkt gegen Hamas vor Copyright Mohammad Zaatari/AP Photo
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Von Euronews mit dpa
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Nach drei Wochen massiver Luftangriffe weitet Israels Militär seinen Kampf gegen die Hamas im Gazastreifen aus. Unterdessen sprach der Ankläger des Strafgerichtshofs eine Warnung an beide Konfliktparteien aus.

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Israel hat seine Angriffe gegen Stellungen der islamistischen Hamas Gazastreifen fortgesetzt. Die Armee setzte Bodentruppen mit Kampfpanzern im Verbund mit Kampflugzeugen ein.

Laut israelischen Medien hat die Hamas rund 30.000 Menschen im Umkreis des Schifa-Krankenhauses in Gaza konzentriert, damit diese als "menschliche Schutzschilde" dienen. Dies solle Israel daran hindern, die unterirdische Kommandozentrale der Hams anzugreifen. Nach israelischer Darstellung dient das Krankenhaus auch als Hamas-Kommandozentrum.

Kommunikationsverbindungen funktionieren offenbar wieder

Die Internet- und Telefonverbindungen in der Küstenenklave sind weiterhin nicht stabil, aber die Probleme nun teilweise behoben worden, wie palästinensische Telefongesellschaften meldeten. So schrieb Netblocks auf der Onlineplattform X. dass Netzwerkdaten in Echtzeit zeigen würden, dass die Internetverbindung im Gazastreifen wiederhergestellt sei.

Noch in der Nacht zu Samstag galten alle Kommunikations- und Internetdienste, aufgrund israelischer Luftangriffe als komplett zusammengebrochen. Der Ausfall hatte zur Folge, dass internationale Hilfs- und Gesundheitsorganisationen nicht mehr ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor Ort erreichen konnten. Sie beklagten, dass der Ausfall die ohnehin schon komplizierte Hilfe vor Ort noch schwieriger machen würde. 

Vom Palästinensischen Roten Halbmond hieß es, dass die Bewohner des Gazastreifens keine Krankenwagen mehr rufen könnten, Ärzte und Sanitäter müssten dementsprechend dem Lärm der Explosionen folgen, um Verwundete zu finden. Die der Hamas unterstellte Gesundheitsbehörde im Gazastreifen teilte mit, die ärztliche Versorgung sei wegen des Blackouts "komplett paralysiert". Unklar ist, ob sich dies nach der Wiederherstellung der Verbindungen geändert hat.

Ankläger des Strafgerichtshofs: Warnung an Hamas und Israel

Derweil hat der Chefankläger am Internationalen Strafgerichtshof Israel und der Hamas vor Verstößen gegen das Völkerrecht gewarnt. "Ich muss erwähnen, dass Israel bezüglich seines Krieges mit der Hamas klare Verpflichtungen hat. Nicht nur moralische Verpflichtungen, sondern auch rechtliche Verpflichtungen, um die Gesetze hinsichtlich bewaffneter Konflikte einzuhalten."

Israel müsse, ohne weitere Verzögerung, "erkennbare Anstrengungen unternehmen", um sicherzustellen, dass die Zivilbevölkerung Grundnahrungsmittel, Medizin, Narkosemittel erhalte, so Khan vor Journalisten in Kairo mit Blick auf die katastrophale humanitäre Lage im Gazastreifen. An die Adresse der in Gaza herrschenden Hamas und aller, "die dort die Kontrolle haben" sagte der Chefankläger, dass die Hilfe die Zivilbevölkerung erreichen "und nicht missbraucht oder von ihr abgezweigt" werden müsse.

Israels Armee: Neuer Raketenbeschuss aus dem Libanon

Nach Angaben der israelischen Armee sind aus dem Libanon erneut mehrere Raketen auf Israel abgefeuert worden. Allein am Abend seien zehn Raketen in israelisches Gebiet eingedrungen, teilte die Armee mit.

Als Reaktion seien Ziele der libanesischen Hisbollah angegriffen worden. Darunter sind demnach "Infrastrukturen zur Steuerung des Terrorismus" sowie andere militärische Anlagen gewesen. Zudem sei eine "Terrorzelle" getroffen worden, die versucht haben soll, Panzerabwehrraketen auf Israel abzuschießen.

Die Hisbollah behauptete unterdessen, eine israelische Drohne mit einer Flugabwehrrakete ins Visier genommen und direkt getroffen zu haben. Israels Armee erklärte, solch ein Vorfall sei ihr nicht bekannt. Die israelischen Soldaten hätten jedoch einen Terroristen angegriffen, der eine Drohne auf israelisches Gebiet zugesteuert habe, hieß es. Am Nachmittag hatte die Armee bereits den Abschuss von neun Raketen aus dem Libanon sowie Gegenangriffe gemeldet. Unklar war, welche Gruppierung im Libanon verantwortlich war.

Antijüdische Übergriffe in Dagestan

Wegen des Gaza-Konflikts ist es in Russlands muslimisch geprägtem Nordkaukasus verstärkt zu antijüdischen Übergriffen gekommen. In Machatschkala in der Teilrepublik Dagestan drang eine Menschenmenge am Sonntagabend in den Flughafen ein, weil dort eine Maschine aus Tel Aviv gelandet war, in der angeblich Flüchtlinge aus Israel saßen.

Bei dem Vorfall seien mehr als 20 Menschen teils schwer verletzt worden, meldete die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass. Israel forderte die russischen Behörden zum Schutz seiner Staatsbürger auf. Die USA verurteilten die antisemitischen Vorfälle in Dagestan, so die Sprecherin des Nationalen Sicherheitsrats auf der Plattform X.

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