Lavafontänen sprühen aus riesiger Erdspalte. Bleibt Grindavik verschont?

Vulkan in Island.
Vulkan in Island. Copyright Marco Di Marco/AP
Von Euronews
Diesen Artikel teilenKommentare
Diesen Artikel teilenClose Button
Den Link zum Einbetten des Videos kopierenCopy to clipboardCopied

Die größte Sorge scheinen momentan giftige Gase zu sein, die sich ausbreiten. Die Rauchgase könnten bald die 42 Kilometer entfernte isländische Hauptstadt Reykjavik erreichen.

WERBUNG

Der Vulkan im Südwesten Islands spuckt weiterhin Magma aus und erhellt den Himmel. In den ersten Stunden des Ausbruchs am Montag waren Hunderte Kubikmetern Lava pro Sekunde ausgeströmt. Mittlerweile hat die Aktivität deutlich nachgelassen.

Der nächstgelegene Ort, Grindavik, könnte verschont bleiben. Die Bewohner fürchten um ihre Häuser. Grindavik wurde bereits im November evakuiert.

Der Vulkanausbruch südwestlich der isländischen Hauptstadt Reykjavík begann am späten Montagabend. Im Laufe der Nacht bildete sich die lange Spalte, aus der etwa 100 bis 200 Kubikmeter Lava pro Sekunde flossen. An einigen Stellen ähnelt das Schauspiel - aus der Luft betrachtet - einem glutroten Flussdelta.

Größte Sorge sind derzeit giftige Gase

Die größte Sorge scheinen momentan giftige Gase zu sein, die sich ausbreiten. Die Rauchgase könnten bald die 42 Kilometer entfernte isländische Hauptstadt Reykjavik erreichen. Der Geruch von Rauch und Asche wird dort bereits wahrgenommen, aber die Vulkanologen in Island scheinen nicht allzu besorgt zu sein.

"Hinter mir haben wir Islands neuesten Zuwachs, der gestern Abend gestartet ist", sagte Helga Torfadottir von der  Universität von Island. "Es wird langsam ruhiger, aber es könnte lange dauern oder nur kurz, wer weiß."

Der Ausbruch nahe Grindavík hatte sich schon lange angekündigt. Seit Oktober waren in der Gegend Erdbebenschwärme gemessen worden. Solche hatten auch schon in der Vergangenheit Vulkanausbrüche angekündigt. Die Einwohner von Grindavík mussten ihre Häuser verlassen. Zuletzt hatte die seismische Aktivität jedoch wieder abgenommen. Die Bewohner durften tagsüber zurück in ihre Häuser, durften dort aber nicht übernachten. Auch das bei Touristen äußerst beliebte Geothermalbad Blaue Lagune war nach einer vorübergehenden Schließung am Wochenende wieder geöffnet worden.

Der verheerendste Vulkanausbruch in Island war 2010 als riesige Aschewolken in die Atmosphäre gelangten und zu weiträumigen Luftraumsperrungen über Europa führten.

Diesen Artikel teilenKommentare

Zum selben Thema

Vulkanausbruch bei Grindavik vorbei

Island friert - trotz der großen Hitze der Vulkanausbrüche

Vulkanausbruch in Island: Video zeigt drei Kilometer hohe Dampfwolke