Zeuge in Nasser-Klinik: „Sie zogen ihnen die Kleider aus und folterten sie“

Ein Palästinenser fotografiert ein zerstörtes Haus nach einem israelischen Armeeeinsatz.
Ein Palästinenser fotografiert ein zerstörtes Haus nach einem israelischen Armeeeinsatz. Copyright Nasser Nasser/Copyright 2024 The AP. All rights reserved
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Von Heilika Leinus
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Nach dem Sturm des israelischen Militärs auf das Nasser-Krankenhaus in Chan Junis berichten Augenzeugen, was in der Klinik geschehen ist.

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Die israelische Armee sagt, sie haben in dem Krankenhaus nach Leichen von Geiseln gesucht. Es sei ein „präziser und begrenzter Einsatz“ gewesen.

Dem medizinischen Personal zufolge wurde ein Patient getötet und sechs weitere verletzt. Die Nasser-Klinik in Chan Junis ist das größte noch funktionierende Krankenhaus im Süden des Gasastreifens.

Nach Beschreibungen von Raed Abed, eines Patienten des Krankenhauses in Chan Junis, sei die Armee nachts gegen drei Uhr in die Klink eingedrungen: „Die Armee war da und machte das Licht und die Taschenlampen an. Sie ließen immer nur jeweils fünf Leute durchgehen. Diejenigen, die sie wollten, nahmen sie mit. Wir blieben lange Zeit, von drei Uhr bis sechs Uhr. Ich stand da und konnte weder stehen noch gehen.“

"Denjenigen, die sie mitnahmen, zogen sie die Kleider aus und folterten sie", erzählt Raed Abed. 

Grund der Operation: Geiseln im Krankenhaus vermutet

Israelischen Angaben zufolge gebe es „glaubwürdige Geheimdienstinformationen“, dass die Hamas im Nasser-Krankenhaus Geiseln gehalten habe. Die Armee habe mehrere Verdächtige festgenommen.

„Wenn die Hamas diesen Krieg nicht begonnen hätte und unsere Leute nicht als Geiseln im Krankenhaus verstecket hätte, hätten wir überhaupt nicht in diesem Krankenhaus sein müssen“, begründete der israelische Armeesprecher Daniel Hagari die Militäroperation in der Klinik.

Während der Krieg in Gaza täglich viele Menschenleben fordert, zeigen Satellitenbilder, dass an der ägyptischen Grenze zu Gaza gebaut wird. 

Medienangaben zufolge handelt es sich um ein Auffanglager für Gaza-Flüchtlinge. Ägypten verneint den Bau eines solchen Lagers.

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