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Globale Erwärmung: Wie heiß ist zu heiß?

Globale Erwärmung: Wie heiß ist zu heiß?
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Von Jeremy Wilks  & Sabine Sans

Die globale Erwärmung führt dazu, dass Europa immer häufiger und intensiver mit Hitzewellen konfrontiert wird - was bedeutet das für Ihre Gesundheit? Wie heiß ist zu heiß? Ein komplexes Thema, das Ihnen der Euronews-Reporter Jeremy Wilks kurz und knapp erklärt:

Jedem kann es zu heiß werden, jeder kann darunter leiden, aber die Gesundheitsrisiken hängen davon ab, wer Sie sind, wo Sie leben und zu welcher Jahreszeit.

Besonders gefährdete Menschen

Erstens müssen Menschen mit chronischen Leiden wie Herz-Kreislauf- oder Nierenerkrankungen, Bluthochdruck, Diabetes, Geisteskrankheiten und Demenz besonders wachsam sein, wenn das Thermometer steigt.

Sehr kleine Kinder, schwangere Frauen und Menschen, die im Freien körperlich arbeiten, sind ebenfalls gefährdet.

Gewöhnung an die Hitze und Herkunft

Ein weiterer Faktor ist, dass sich der Körper im Laufe des Sommers an die Hitze gewöhnt, sodass eine Hitzewelle im späten Frühjahr schwieriger zu bewältigen ist als eine Mitte August.

Und schließlich spielt es eine Rolle, woher man kommt. Jemand, der in Rom oder Athen aufgewachsen ist, kann besser mit Temperaturen um die 30 Grad umgehen als jemand aus Dublin oder Helsinki.

Es ist also alles relativ. Dazu auch die italienische Hitze- und Gesundheitsexpertin Francesca de'Donato:

"Es ist schwer, eine Temperatur zu bestimmen, bei der man sagen würde, dass es zu heiß ist oder wir eine Warnung herausgeben sollten. Das ist nicht einheitlich. Es gibt keine allgemeingültige Definition für eine Hitzewelle. Es gibt keinen einheitlichen Temperaturwert, der für ganz Europa oder weltweit am gefährlichsten wäre."

Luftfeuchtigkeit - ein wachsendes Problem

Einig ist man sich darin, dass die Luftfeuchtigkeit ein wachsendes Problem darstellt. Je wärmer die Atmosphäre wird, desto mehr Wasserdampf kann sie aufnehmen, und wenn die Luftfeuchtigkeit und die Temperaturen ein bestimmtes Niveau erreichen, funktioniert die Fähigkeit des Körpers, sich durch Schwitzen abzukühlen, einfach nicht mehr.

An einigen Orten am Persischen Golf, in Pakistan, Mexiko und Südostasien wird dieser Schwellenwert inzwischen manchmal überschritten.

Wenn die Temperatur beispielsweise 38 Grad Celsius und 75 % relative Luftfeuchtigkeit beträgt, ist es so heiß, dass es für manche Menschen tödlich sein kann. Wissenschaftlern zufolge könnten in 50 Jahren bis zu 3 Milliarden Menschen unter solchen Bedingungen leben.