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Luxemburg: "Wir wollen Menschen bewegen, nicht Fahrzeuge"

Vor drei Jahren hat Luxemburg als erstes Land der Welt seine öffentlichen Verkehrsmittel kostenlos gemacht.
Vor drei Jahren hat Luxemburg als erstes Land der Welt seine öffentlichen Verkehrsmittel kostenlos gemacht. Copyright JEAN-CHRISTOPHE VERHAEGEN/AFP or licensors
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Von euronews
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Vor drei Jahren hat Luxemburg als erstes Land der Welt seine öffentlichen Verkehrsmittel kostenlos gemacht. Die jetzt gezogene Bilanz ist mehr als positiv, die Nutzer sind zufrieden und der zuständige Minister auch, trotz der Kosten für die Staatskasse.

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Vor drei Jahren hat Luxemburg als erstes Land der Welt seine öffentlichen Verkehrsmittel kostenlos gemacht. Die jetzt gezogene Bilanz ist mehr als positiv, die Nutzer sind zufrieden, das Angebot wird gut angenommen - und sogar der zuständige Minister ist zufrieden, trotz der Kosten für die Staatskasse.

"Das sind beträchtliche Kosten, aber man muss wissen, dass sie tatsächlich werden von allen Steuerzahlern bezahlt werden. Das ist gerecht, denn die, die wenig Steuern zahlen, zahlen natürlich nichts oder nur sehr wenig, für sie ist es ist wirklich kostenlos. Und die, die mehr Steuern zahlen, zahlen eben ein bisschen mehr."

François Bausch, luxemburgischer Verkehrsminister

Einige Luxemburger betrachten das kostenlose Transportsystem bereits als Erfüllung ihres Grundrechts auf autofreie Mobilität. Es ermöglicht auch allen Grenzgängern - aus Belgien, Deutschland und Frankreich - ein einfaches Reisen. 

Die Passagiere sehen es ganz pragmatisch: _"_Weil es kostenlos ist, ist es einfacher, schnell eine Entscheidung zwischen öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem eigenen Auto zu treffen. Es ist praktisch und sehr gut für die Umwelt."

Das große Ziel ist es aber, das ganze Verkehrssystem umzukrempeln und stark in den Ausbau und die Qualität der öffentlichen Nahverkehrsmittel zu investieren. Wenn die Straßen dann leerer werden, sei das ein positiver Nebeneffekt. Für die Passagiere ist es bequem, da sie einfach ohne Ticket einsteigen können, ohne sich zu fragen, ob sie den richtigen Tarif in der richtigen Zone gewählt haben. 

Der Gratis ÖPNV in Luxemburg macht auch Druck auf unsere Nachbarn. Auf deutscher Seite brachte das Neun-Euro-Ticket viele neue Passagiere - und eine massive Diskussion über den Nachfolger, das geplante 49-Euro-Ticket. 

Mehr Investitionen in einen guten Nahverkehr sind der Schlüssel zum Erfolg, damit die Menschen auf den ÖPNV umsteigen. In Deutschland liege die Hauptpriorität allerdigs darauf, möglichst viele Autobahnen auszubauen. Dabei sei das doch ein Rückschritt ins vergangene Jahrhundert, so der Luxemburger Verkehrsminister.

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