Unternehmen wir genug für den Schutz der Ozeane?

Unternehmen wir genug für den Schutz der Ozeane?
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Von Denis Loctier  & Sabine Sans

In diesem Bonus-Interview spricht Ocean mit dem Meeresbiologen Josep Lloret, einem Pionier auf dem Gebiet der Forschung über Ozeane und menschliche Gesundheit und Leiter des von der EU finanzierten Projekts BIOPAÍS.

Meeresschutzgebiete (MPAs) sind entscheidend, um die Ozeane gesund zu halten. Leider gibt es selbst in MPAs Probleme, die sowohl das marine als auch das menschliche Wohlergehen gefährden.

In diesem Bonus-Interview spricht Ocean mit dem Meeresbiologen Josep Lloret, einem Pionier auf dem Gebiet der Forschung über Ozeane und menschliche Gesundheit und Leiter des von der EU finanzierten Projekts BIOPAÍS (http://www.oceanshealth.udg.edu/en/biopais.html). Dr. Lloret untersucht die ökologischen und sozialen Auswirkungen großer schwimmender Offshore-Windparks, darunter auch umstrittene Vorschläge zum Bau solcher Parks in Schutzgebieten im spanischen Mittelmeer.

_"Es gibt immer noch Naturparks oder Meeresschutzgebiete, die intensiv genutzt werden und auf lokaler Ebene die Gesundheit der Ozeane gefährden, die wir schützen wollen, - wie z. B. übermäßiger Sportbootverkehr, der zu Luftverschmutzung und Gesundheitsproblemen führt.
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Ein weiteres Beispiel sind Kreuzfahrtschiffe, die zwar nicht durch geschützte Gebiete fahren, aber doch sehr nahe an ihnen vorbeikommen, was ebenfalls zu erheblichen Verschmutzungen und Problemen für die Gesundheit der Menschen und die Gesundheit der Meere führt", erklärt der Direktor und Inhaber des  Lehrstuhls für Ozeane und menschliche Gesundheit an der Universität Girona.

"Und schließlich die angestrebte Industrialisierung des Meeres, die wir hier im Meeresschutzgebiet von Cap de Creus beobachten. Es sind große Offshore-Windparks mit 250 Meter hohen Turbinen - fast so hoch wie der Eiffelturm - geplant, mit einer groß angelegten Installation von Kabeln und Ankern auf dem Meeresboden, die unserer Meinung nach die Umwelt- und die Wasserqualität sowie die gesundheitlichen Vorteile, die das Meer uns bietet, beeinträchtigen. Wir müssen sehr aufpassen, dass die blaue Wirtschaft, die mit voller Kraft vorangetrieben wird, nicht am Ende Schaden anrichtet."