Krieg in der Ukraine: Russland zermürbt ukrainische Luftverteidigung

Dem ukrainischen Militär zufolge hat Russland 28 Shahed-Drohnen auf die südlichen und östlichen Regionen der Ukraine abgeworfen.
Dem ukrainischen Militär zufolge hat Russland 28 Shahed-Drohnen auf die südlichen und östlichen Regionen der Ukraine abgeworfen. Copyright Andriy Andriyenko/Copyright 2023 The AP. All rights reserved.
Von Diana ResnikShona Murray
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Dieser Artikel wurde im Original veröffentlicht auf Englisch

Noch gelingt es der Ukraine, russische Drohnen abzuwehren. Doch das Land braucht stärkere Luftabwehrsysteme und Munition. Experten sind sich einig: Ohne die Hilfe des Westens kann die Ukraine dem Druck dauerhaft nicht standhalten.

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Dem ukrainischen Militär zufolge hat Russland 28 Shahed-Drohnen auf die südlichen und östlichen Regionen der Ukraine abgeworfen. Dutzende Menschen wurden verletzt. 

Experten zufolge verfolgt Russland das Ziel, "das ukrainische Inventar an bodengestützter Luftabwehr zu dezimieren." 26 der Drohnen konnten zwar durch ukrainische Abwehrsysteme abgefangen werden. 

Yuriy Dzhygyr, Stellvertretender Verteidigungsminister der Ukraine, berichtete jedoch, dass der Ukraine auf Dauer die Munition ausgeht.

Die größte Angst betrifft die wachsende Lücke in der Minitionsversorgung.
Yuriy Dzhygyr
Stellvertretender Verteidigungsminister der Ukraine

"Die größte Angst betrifft die wachsende Lücke in der Munitionsversorgung", sagte Dzhygyr. "Wir erhalten Unterstützung, wir spüren die Unterstützung. Wir verstehen, dass es technische Probleme mit der Auffüllung der Bestände gibt, aber wir spüren Ihre Solidarität und wissen sie sehr zu schätzen."

Die Ukraine muss russische Angriffe dauerhaft abwehren können. Dafür braucht es die Unterstützung seiner Verbündeten, sagen Experten des International Institute for Strategic Studies. Russland hat seine Angriffe auf ukrainische Städte verstärkt. Schriftsteller Sergey Poyarkov beschreibt das Ausmaß der Zerstörung in Kiew.

Wir brauchen dringend die Hilfe unserer Verbündeten.

"Ich hätte mir nie vorstellen können, dass ich meine Schule in einem solchen Zustand sehen würde", so Poyarkov. "Und wenn man hineingeht, sieht man, dass die Fenster zum Innenhof komplett zerschlagen sind. Die Druckwelle hat alle Fenster des Gebäudes herausgedrückt. Es ist unfassbar. Wir brauchen dringend die Hilfe unserer Verbündeten."

Etwa zwei Monate vor den Europawahlen ist Valérie Hayer, Chefin der liberalen Renew Europe Partei in die Ukraine gereist. Damit will sie die Bedeutung der Ukraine für ihr Wahlprogramm verdeutlichen. 

"Für uns ist es in der Tat wichtig, vor Ort zu sein, um die politische und militärische Situation besser zu verstehen. Und um meinen Anhängern in Frankreich, Rumänien und Polen zu erklären, was in der Ukraine passiert", erklärte  Hayer. 

Unsere Schicksale sind miteinander verwoben
Valérie Hayer
Präsidentin der liberalen Renew Europe Partei

"In ein paar Monaten finden die Europawahlen statt. Wir müssen den europäischen Bürgern erklären, dass der Krieg in der Ukraine enorme Auswirkungen auf uns alle hat und dass die Sicherheit des ukrainischen Volkes auch unsere Sicherheit bedeutet. Unsere Schicksale sind miteinander verwoben." 

Auf X, ehemals Twitter, kündigte die Renew Partei an, enger mit der Ukraine zusammenarbeiten zu wollen. An Gelegenheiten dürfte es jedenfalls nicht fehlen. 

Shona Murray, Euronews-Korrespondentin, berichtete, dass der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj angesichts des Munitionmangels erneut um mehr Unterstützung seiner westlichen Verbündeten gebeten hatte: "Angesichts der Tatsache, dass weitere Angriffe zu erwarten sind, hat der ukrainische Präsident Selenskyj um stärkere Luftabwehrsystheme und mehr Raketen gebeten, die jeden weiteren russischen Angriff abwehren können."

Die Ukraine erwartet von ihren westlichen Partnern die Lieferung von F-16-Kampfflugzeugen. Ukrainische Piloten werden seit Monaten im Westen für den Umgang mit den Kampfflugzeugen ausgebildet.

Der russische Präsident Wladimir Putin betonte, die F-16 würden "die Situation auf dem Schlachtfeld nicht verändern" und warnte den Westen davor, Luftwaffen an die Ukraine zur Verfügung zu stellen.

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