Eintrittsgebühr für Venedig: Wann Touristen kommendes Jahr zur Kasse gebeten werden

Venedig wird 2024 an Spitzenwochenenden eine Eintrittsgebühr einführen.
Venedig wird 2024 an Spitzenwochenenden eine Eintrittsgebühr einführen. Copyright Paul Szewczyk
Von Rebecca Ann Hughes mit APTN
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Dieser Artikel wurde im Original veröffentlicht auf Englisch

Venedig führt kommendes Jahr die lang geplante Eintrittsgebühr für Tagestouristen ein. Was dahinter steckt und wann Sie zahlen müssen, erfahren Sie hier.

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Im kommenden Jahr bittet die Stadt Venedig Tagestouristen zur Kasse, wenn sie den Ort besuchen wollen - an bestimmten Tagen.

Das Pilotprojekt sollte eigentlich schon Anfang 2023 eingeführt werden, wurde aber wegen logistischer Probleme und Sorgen vor negativen Auswirkungen auf den Tourismus verschoben.

Die Eintrittsgebühr soll den Besucherandrang verringern, zu längeren Aufenthalten anregen und die Lebensqualität der Einwohner verbessern.

Was sind die Hintergründe der Gebühr? Wie hoch ist sie und wann muss sie gezahlt werden? Antworten auf all diese Fragen finden Sie hier.

Warum führt Venedig die Gebühr ein?

Dieses Jahr stand Venedig kurz davor, von der UN-Kulturorganisation Unesco als gefährdetes Welterbe eingestuft zu werden. Der Lagunenstadt würden "irreversible Schäden" drohen, sollten die italienischen Behörden nicht mehr zu ihrem Schutz unternehmen, hieß es im Juli 2023.

Unter anderem durch die Einführung der Tourismusgebühr konnte Venedig die Einstufung als gefährdetes Welterbe abwenden.

Am Donnerstag erklärte der Bürgermeister von Venedig, Luigi Brugnaro, dass die Gebühr kein Versuch sei, zusätzliche Einnahmen zu erzielen.

Vielmehr handele es sich um ein "einzigartiges Experiment" zur Regulierung der Tourismusströme an einem der meistbesuchten Orte der Welt.

Ziel der Gebühr sei es, Anreize für Besucher zu schaffen, die stark frequentierten Zeiten zu meiden und an anderen Tagen zu kommen.

"Unser Ziel ist es, die Stadt lebenswerter zu machen", sagte Brugnaro auf einer Pressekonferenz, auf der er das Pilotprogramm vorstellte.

Wann werden Besucher zur Kasse gebeten?

Ab nächstem Jahr müssen Besucher eine Gebühr von fünf Euro entrichten, um die empfindliche Lagunenstadt zu betreten.

Die Gebühr wird an den Spitzenwochenenden und anderen Tagen zwischen April und Mitte Juli erhoben. Insgesamt müssen Tagestouristen an 29 Tagen zahlen.

Die Gebühr gilt während der Stoßzeiten zwischen 8:30 und 16 Uhr. Besucher, die erst abends für einen Restaurantbesuch oder ein Konzert in die Stadt kommen, müssen nicht zahlen.

Wer muss ein Ticket buchen, um Venedig zu besuchen?

Es gibt eine Reihe von Ausnahmen von der Eintrittspreisregelung.

Einwohner der Stadt sowie Menschen, die in Venedig geboren sind, müssen nicht zahlen. Ebenso sind Studenten und Touristen, die ein Hotel oder eine andere Unterkunft in der Stadt gebucht haben, von der Regelung ausgeschlossen.

Wie kann man ein Ticket für Venedig buchen?

Am 16. Januar wird eine Website freigeschaltet, auf der Besucher ihren Tag in Venedig "reservieren" können.

Nachdem die fünf Euro gezahlt wurden, erhalten Tagestouristen einen QR-Code, der an den sieben Zugangskontrollen der Stadt, unter anderem am Hauptbahnhof,  überprüft wird.

Besucher mit einer Hotelreservierung geben ihre Hoteldaten ein und erhalten ebenfalls einen QR-Code. Bezahlen müssen sie allerdings nicht, da ihre Hotelrechnung ohnehin bereits eine Gebühr für den Aufenthalt in Venedig enthält.

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Wie macht Venedig den Tourismus nachhaltiger?

Die Corona-Pandemie hatte verheerende Auswirkungen für die Tourismusbranche, auch in Venedig. Während sich die Stadt erholte, blieben die Kassen leer. Venedig versucht jetzt, den Tourismus in der Stadt nachhaltiger zu machen und das Leben für die Einwohner der Stadt wieder lebenswerter zu machen.

Nachdem Umweltschützer und die Unesco Druck gemacht hatten, verbot Venedig großen Kreuzfahrtschiffen die Fahrt über den Markusplatz und durch den Giudecca-Kanal.

Langzeittouristen sollen der Schlüssel sein, da sie mehr Geld in der Stadt ausgeben.

Der Tageseintritt solle keineswegs den Tourismus ausbremsen, sagte Brugnaro. Die Regelung ziele lediglich darauf ab, die Tourismusströme besser zu steuern.

Er räumt ein, dass das Pilotprogramm wohl Störungen und Probleme haben wird und angepasst werden müsse. Nach jahrelangen Studien und Gesprächen sei es nun allerdings an der Zeit, das System endlich zu erproben.

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