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Deutschland steigt mit 40 Prozent bei Leopard-Panzerbauer KNDS an der Seite Frankreichs ein

Leopard-2-Panzer und EC-135-Hubschrauber zeigen bei Besuch von Kanzler Friedrich Merz auf Bundeswehr-Stützpunkt ihre Leistungsfähigkeit, 30. April 2026
Ein Kampfpanzer Leopard 2 A6 und ein Hubschrauber EC 135 demonstrieren ihre Fähigkeiten beim Besuch von Bundeskanzler Merz auf dem Bundeswehrstützpunkt am 30. April 2026 Copyright  AP Photo/Markus Schreiber
Copyright AP Photo/Markus Schreiber
Von Quirino Mealha
Zuerst veröffentlicht am
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Berlin will sich mit 40 Prozent an KNDS beteiligen, dem deutsch-französischen Rüstungskonzern hinter den Kampfpanzern Leopard und Leclerc, und rückt damit an die Seite Frankreichs als staatlicher Anteilseigner.

Die Bundesregierung hat am Montag angekündigt, 40 Prozent am Rüstungsunternehmen KNDS übernehmen zu wollen. Damit will sie gemeinsam mit ihrem NATO- und EU-Partner Frankreich die europäische Waffenproduktion stärken.

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Die Entscheidung vergrößert den staatlichen Einfluss auf einen Konzern, dessen Waffensysteme inzwischen im Zentrum der europäischen Aufrüstungsbemühungen stehen.

KNDS entstand 2015 aus dem Zusammenschluss von Krauss-Maffei Wegmann aus Deutschland und dem französischen Rüstungskonzern Nexter. Der französische Staat hält 50 Prozent, die andere Hälfte gehört noch der deutschen Eigentümerfamilie von Krauss-Maffei Wegmann. Ihr geplanter Ausstieg macht nun den Weg frei für einen Einstieg des Bundes.

Der Konzern mit Sitz in Amsterdam setzte im vergangenen Jahr 4,4 Milliarden Euro um und beschäftigt mehr als elftausend Beschäftigte.

Das Timing spiegelt einen breiteren Wettlauf in Europa wider, die Militärausgaben und die Produktionskapazitäten auszuweiten. Viele Regierungen wägen die anhaltende Bedrohung durch Russlands Krieg gegen die Ukraine gegen wachsende Zweifel an der Verlässlichkeit der USA als Sicherheitsgarant ab.

Berlin bezeichnet die Beteiligung ausdrücklich als strategische Investition. Sie soll dem Staat dauerhaft Einfluss auf ein Unternehmen sichern, das die Bundesregierung für zentral für Europas Sicherheit und Verteidigung hält.

Zugleich betont die Bundesregierung, der Anteil stärke die heimische Industrieproduktion, die technologische Unabhängigkeit und den Schutz zentraler Sicherheitsinteressen und Schlüsseltechnologien.

In einer gemeinsamen Erklärung teilten Deutschland und Frankreich mit, sie hätten sich auf die künftige Strategie und Unternehmensführung von KNDS verständigt. Beide Staaten wollen den Konzern über eine Struktur gemeinsam kontrollieren, die ihnen gleich hohe Beteiligungen zusichert.

Ein Radpanzer Boxer, ein Schützenpanzer Puma und ein Kampfpanzer Leopard werden am 22. April 2026 vom paneuropäischen Rüstungskonzern KNDS in München präsentiert
Ein Radpanzer Boxer, ein Schützenpanzer Puma und ein Kampfpanzer Leopard werden am 22. April 2026 vom paneuropäischen Rüstungskonzern KNDS in München präsentiert AP Photo/Matthias Schrader

Weg zum Börsengang wird frei

Keiner der beiden Staaten nannte einen Zeitplan oder die endgültige Höhe der Beteiligungen. Beide Regierungen erklärten jedoch, die Vereinbarung öffne den Weg für einen möglichen Börsengang von KNDS in naher Zukunft.

Nach Angaben von mit dem Vorgang vertrauten Personen, auf die sich die Nachrichtenagentur Associated Press beruft, wollen beide Staaten ihre Anteile innerhalb von zwei bis drei Jahren nach einem Börsengang auf jeweils rund 30 Prozent zurückfahren. Unabhängig von der Beteiligungshöhe sollen die Stimmrechte gleich bleiben.

Beide Regierungen werten den Deal als gemeinsames Bekenntnis zum Ausbau der europäischen Rüstungsindustrie und Streitkräfte sowie zur langfristigen Sicherung der strategischen Eigenständigkeit des Kontinents.

Die Beteiligung des Staates an dem Unternehmen hatte Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius bereits 2025 ins Spiel gebracht, um strategisches Know-how und Arbeitsplätze zu sichern.

Neben Kampfpanzern produziert KNDS auch den Schützenpanzer Puma sowie die Transportpanzer Boxer und Dingo. Diese Systeme sind zunehmend gefragt, weil europäische Armeen ihre Bestände auffüllen, die durch jahrelange Unterfinanzierung und Waffenlieferungen zur Verteidigung der Ukraine geschrumpft sind.

Weitere Quellen • AP

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