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Die neue Moschee in Köln - 5 Fotos

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Die neue Moschee in Köln - 5 Fotos

Die neue Moschee in Köln - 5 Fotos
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REUTERS/Wolfgang Rattay
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Der Präsident der Türkei Recep Tayyip Erdogan weiht an diesem Samstag die neue Ditib-Moschee in Köln ein. Geplant haben das Gebäude die Architekten Gottfried und Paul Böhm als Kuppelbau mit zwei Minaretten. Die neue Moschee hat eine 35 Meter hohe Kuppel und zwei Minarette, die 55 hoch sind. Im Inneren gibt es Platz für 1.200 Gläubige.

Doch die Architekten kommen nicht zur Einweihung - die eigentlich schon für 2012 geplant war - aus Protest gegen den Einfluss des türkischen Staates. Auch die Kölner Oberbürgermeisterin Henriette Reker kommt nicht. Sie und auch der Bezirksbürgermeister von Köln-Ehrenfeld wollten bei der Einweihung der Ditib-Moschee reden, aber das durften sie nicht.

Die Ditib ist die größte Islam-Dachorganisation in Deutschland. Sie untersteht der Religionsbehörde Diyanet in Ankara, die alle Imame in die rund 900 Moscheegemeinden entsendet und bezahlt. Wegen ihrer großen Nähe zum türkischen Präsidenten ist der Bundesverband mit Sitz in Köln in die Kritik geraten. Die Ditib - Türkisch Islamische Union der Anstalt für Religion - war lange wichtiger Ansprechpartner der deutschen Politik auch in Fragen der Integration. Das hat sich aber in den vergangenen Jahren deutlich geändert.

Berlin fördert nun keine Projekte in Ditib-Trägerschaft mehr. Die NRW-Landesregierung hat ihre Kooperation mit dem Bundesverband auf Eis gelegt. Ditib war unter Druck geraten, weil einige Imame im Auftrag der Regierung in Ankara Kritiker oder vermeintliche Gegner Erdogans bespitzelten.

Die Abschottung der Ditib steht in einem merkwürdigen Kontrast zum gelebten Miteinander der Kulturen in Köln-Ehrenfeld. Die Moschee befindet sich an der Venloer Straße, Hauptschlagader des «Veedels» und geprägt von südlicher Lässigkeit: Autos parken in der zweiten Reihe, Lieferwagen blockieren den Radweg, aber mitten im Chaos sitzen Cafébesucher seelenruhig am Straßenrand, trinken Tee und halten ihr Gesicht in die Sonne.

Es reihen sich türkische Restaurants an Pizzerien, Szene-Kneipen wechseln sich mit dem ältesten Kölner Griechen und einem von Nordafrikanern geführten Fischhandel ab. «Wo immer man auch Fremde nicht ertrug, Köln-Ehrenfeld hat Platz genug», singt Herman van Veen in einem seiner Lieder. «Auch wenn sie von den Kölnern Vieles trennt, ihre Kinder reden Deutsch - mit kölschem Akzent.»

In Ehrenfeld - ganz in der Nähe der Moschee - hat Jan Böhmermann, der mit seinem Schmähgedicht gegen den türkischen Staatschef internationale Aufmerksamkeit erregte, hat sein TV-Studio. Am Donnerstagabend sagte Böhmermann im TV mit Blick auf diesen Samstag und Erdogan: «Ich habe für 19.30 Uhr einen Tisch reserviert im Kebapland, Venloer Straße. Einfach 500 Meter in den Norden, gegenüber der Polizei - falls was ist.»

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Sicherheit um die Moschee in KölnREUTERS/Wolfgang Rattay

REUTERS/Thilo Schmuelgen
Blick von obenREUTERS/Thilo Schmuelgen

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Der Kölner Dom und die ZentralmoscheeREUTERS/Wolfgang Rattay

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Erdogan kommt zur EinweihungREUTERS/Wolfgang Rattay

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