Das Kilo ist Geschichte

Das Kilo ist Geschichte
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Ein Kilo ist ein Kilo, unveränderlich, nichts ist sicherer als das - glauben wir zumindest. Seit 128 Jahren ist ein Zylinder aus Platin und Iridium überall auf der Welt das Maß der Dinge, die etwas wiegen.

Das Kilo leidet an Schwund

Und obwohl das Ur-Kilo sicher in einem Pariser Tresor lagert, leidet es an Schwund – aktuell fehlen gut 50 Mikrogramm, und wohin sich die verflüchtigt haben, ob früher falsch gemessen wurde – niemand weiss es.

Die Herren des Ur-Kilos hüten es wie ein rohes Ei

"Alles, was in Frankreich gewogen wird, ist mit diesem Kilo geeicht, damit ein Kilo überall auch wirklich ein Kilo ist. Man kann es aber leicht beschädigen, ohne es zu merken. Unser Kilo kann sich also verändern, ohne dass wir es merken. Würden wir es verlieren, es wäre eine Katastrophe, wir würden unseren Maßstab für unser französisches Kilo verlieren."

Das Kilo wird mathematisch

Das Kilo soll jetzt neu definiert werden, aber nicht mehr über ein reales Gewicht, sondern über eine mathematische Formel. Die hat zum einen keinen Schwund, zum anderen ist eine Formel viel genauer. Die anderen Grundmaße unser physikalischen Welt sind schon den Weg alles Irdischen gegangen: Länge, Zeit, Strom- oder Lichtstärke sind schon lange mathematische Größen.

Das letzte seiner Art

Das von Menschenhand gemachte Kilo ist das letzte seiner Art. Ob real oder mathematisch - wir werden keinen Unterschied merken.

Das klassiche Kilo ist zu ungenau

Für die moderne Wissenschaft und Industrie, die mit Größen auf atomarer Ebene arbeitet, ist es aber längst nicht mehr genau genug. Deshalb wird das Kilo jetzt in Rente geschickt, ab Mai 2019 ist das Ur-Kilo ein Stück Geschichte, das man dann auch anfassen darf.