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Zaataris Kinder: Leben im Flüchtlingslager

Zaataris Kinder: Leben im Flüchtlingslager
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In Syrien scheinen die Aufständischen weitgehend besiegt, US-Präsident Donalt Trump plant den Abzug der US-Truppen, die Unterstützer des Assad-Regimes bekämpfen sich: In der Zwischenzeit versuchen Syrer, die vor dem Konflikt geflohen sind, ein neues Leben aufzubauen. Nur 12 Kilometer von der syrischen Grenze entfernt haben rund 80.000 Menschen Zuflucht im jordanischen Flüchtlingslager Zaatari gefunden, mehr als die Hälfte sind Kinder. Euronews-Reporterin Anelise Borges berichtet über den Alltag der syrischen Flüchtlingskinder.

Ein neues Leben inmitten einer Krise, die so oft an ihren Toten festgemacht wird: Der Krieg in Syrien hat über 400.000 Menschen getötet. Farah - "Freude' auf Arabisch - ist Baby Nummer 10.627, das in der Sicherheit des jordanischen Flüchtlingslagers Zaatari geboren wurde. Eines der größten Flüchtlingslager der Welt. Eine halbe Million Syrer sind hier durchgekommen, auf der Flucht aus ihrer Heimat. Tausende sind geblieben und mehr als die Hälfte davon sind Kinder.

Der fast Sechsjährige Aysar Waseem Ryabi kann sich nicht an Syrien erinnern. Er wurde zwar nicht in Zaatari geboren, aber einen Großteil seines Lebens hat er auf dieser Seite der Grenze verbracht. Er erzählt von seinem Alltag im Lager:

_"Wenn ich morgens aufwache, frühstücke ich, dann gehe ich auf den Spielplatz und dann wieder nach Hause. Dort bleibe ich ein bisschen, dann gehe ich wieder raus und spiele Fußball. Dann nehme ich meinen Bruder mit und wir spielen Fußball."
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Fehlende Zukunftsperspektiven

Aysar, Amir und ihre Freunde spielen scheinbar unbeschwert, aber ihnen fehlen die Zukunftsperspektiven. Syriens Kinder wachsen entweder inmitten des Konflikts auf, oder leben in Armut und Vertreibung. Die Erfahrungen und Erlebnisse, die Kinder im Krieg und auf der Flucht machen, hinterlassen in ihrer Seele tiefe Spuren, Angstzustände, Depressionen, die Entwicklung einer ganzen Generation wird beeinflusst.

Im Flüchtlingslager arbeitet Unicef mit NGOs und Syrern zusammen, um "Schutzräume" für Kinder zu schaffen. Die Arbeit der Freiwilligen konzentriert sich auf außerschulische Aktivitäten wie Malen oder Spielen, um den Kindern dabei zu helfen, später im Leben zurecht zu kommen:

"Hier können sie Kinder sein und spielen, auf diese Art und Weise können sie die Fähigkeit entwickeln, ihre eigenen Bedürfnisse zu befriedigen und sich an alle Bedingungen anzupassen. Egal, was ihnen später passiert, sie werden damit zurechtkommen. Sie mögen eine schwierige Zukunft haben, aber ich hoffe, dass die Dinge, die sie bei uns erleben, ihnen dabei helfen werden, toleranter zu sein", sagt der Unicef-Freiwillige Hussein Al-Qassem.

_Mehr als die Hälfte aller Flüchtlinge weltweit sind Kinder oder Jugendliche unter 18 Jahren - derzeit gibt es über 13 Millionen vertriebene Kinder und Jugendliche. Etwa fünf Prozent der Flüchtlinge, die nach Europa fliehen, sind Minderjährige, die diesen gefährlichen Weg ganz alleine ohne Begleitung ihrer Eltern oder eines Erwachsenen antreten.
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