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"Hirntot"-Kritik: Macron fordert Diskussion über Nato-Strategie

"Hirntot"-Kritik: Macron fordert Diskussion über Nato-Strategie
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رويترز
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Der französische Präsident Emmanuel Macron hat beim Besuch des Nato-Generalsekretärs Jens Stoltenberg in Paris seine harsche Kritik an dem Verteidigungsbündnis verteidigt. Er hatte die Nato in einem Interview mit dem britischen "Economist" als "hirntot" bezeichnet. Zudem stehe Europa an einem Abgrund und müsse sich endlich als geopolitische Macht verstehen. Es sei an der Zeit, wichtige strategische Fragen zu klären. Bei vergangenen Treffen der Nato sei es nicht um strategische militärische Fragen gegangen, so Macron, sondern immer nur darum, wie der Finanzierungsanteil der USA reduziert werden könne.

"Ein richtiges Bündnis redet nicht nur, sondern schafft Taten und trifft Entscheidungen", sagte Macron in Paris. "Ich wünsche mir also, dass wir unter uns Verbündeten eine ernsthafte Diskussion über unseren Kampf gegen den Terrorismus in der Sahel-Zone und im Mittleren Osten führen, wo die Militärintenvention der Türkei Fragen aufwirft, denen wir uns stellen müssen."

Die Türkei war Anfang Oktober in die kurdischen Gebiete in Nordsyrien einmarschiert, nachdem sich die US-Truppen dort größtenteils zurückgezogen hatten. Die Offensive war nicht mit den Nato-Partnern abgesprochen.

Macron forderte die Verbündeten zudem dazu auf, sich stärker in der Sahel-Zone zu engagieren. In Mali waren am Montag 13 französische Soldaten bei einem Kampfeinsatz getötet worden.

Zu Macrons Forderung nach einer größeren europäischen Eigenständigkeit in der Verteidigung sagte Stoltenberg, die EU könne das transatlantische Bündnis nicht ersetzen. Nato und EU seien zwei Seiten einer Medaille und beide für die Bewahrung des Friedens und Wohlstands in Europa unabdinglich.

Auch der deutsche Außenminister Heiko Maas betonte die Bedeutung der europäisch-amerikanischen Zusammenarbeit. Der Nato-Gipfel aller 29 Mitgliedsstaaten zum 70. Geburtstag des Bündnisses findet am 3. und 4. Dezember in London statt.

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