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Coronavirus in 3 Länder getragen: Was ist ein "Super-Verbreiter"?

In Londons China Town trägt eine Frau eine Gesichtsmaske.
In Londons China Town trägt eine Frau eine Gesichtsmaske.   -   Copyright  Kirsty Wigglesworth/AP
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Kann es sein, dass manche kranke Menschen infektiöser sind als andere? Von einem Brite, bei dem das Coronavirus nach der Teilnahme an einer Konferenz in Singapur diagnostiziert wurde, wird angenommen, ein "Super-Verbreiter" der Krankheit zu sein.

Ärzte hatten zuvor zehn weitere Fälle bei Personen bestätigt, die mit dem Mann in Kontakt waren, nachdem er von einer Geschäftsreise in Singapur zum Urlaub in die französischen Alpen geflogen war.

Was genau ist also ein "Superspreader" auch Super-Verbreiter und inwiefern ist das für das Coronavirus relevant?

Was ist das?

Die Superverbreitung beim Menschen ist kein offizieller medizinischer Begriff, sondern bezieht sich im Allgemeinen auf eine mit einer Krankheit infizierte Person, die eine Krankheit schneller und umfassender als andere überträgt.

Die übliche Übertragungsrate des neuartigen Coronavirus liegt je nach Modellrechnung bei 2 bis 2,6. Das heißt, dass für jede infizierte Person im Durchschnitt 2,6 weiteren Personen das Virus weitergibt.

Diejenigen, die als "Superüberträger" gelten, können jedoch noch viel mehr infizieren.

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Der Brite soll mit der Airline Easyjet über Genf nach Frankreich gereist sein.AP

Wie kann es sein, dass Super-Verbreiter mehr Menschen infizieren?

Es gibt eine Vielzahl verschiedener Möglichkeiten, wie jemand ein Superspreader sein kann. Zu den möglichen Gründen zählt unter anderem die Stärke des Immunsystems sowie die Frage, mit wie vielen Menschen er täglich in Kontakt kommt.

Das Immunsystem

Personen mit einem stärkeren Immunsystem können möglicherweise ihren täglichen Aktivitäten nachgehen, ohne Symptome zu zeigen - und könnten die Krankheit unwissentlich auf andere übertragen.

Doch auch diejenigen mit einem schwächeren Immunsystem, die eine höhere Replikationsrate des Virus haben, geben es leichter weiter.

Das gilt auch für diejenigen, die Symptome zeigen und das Virus durch Husten und Niesen verbreiten.

Reisen und Kontakt

Auch die alltäglichen Gewohnheiten einer Person können ins Spiel kommen - je nachdem, wie oft sie reist und mit wie vielen Menschen sie in Kontakt kommt.

So soll sich beispielsweise der kürzlich diagnostizierte Brite bei einer Geschäftskonferenz in Singapur mit der Krankheit angesteckt haben, bevor er nach Europa zurückkehrte.

Anschließend hielt er sich mit seiner Familie mehrere Tage in einem Ferienort in Les Contamines-Montjoie auf und flog über die Schweiz nach Brighton zurück.

Während seiner Reisen durch mehrere Länder soll er mit vielen Menschen in Kontakt gekommen sein, bevor er das Virus bei ihm festgestellt wurde - und es wird nun vermutet, dass er es auf etwa 10 Personen übertragen hat.

Dazu gehören fünf Fälle die in dem Urlaubsort in den französischen Alpen bestätigt wurden, und weitere fünf Infizierte, bei denen das Virus nach ihrer Rückkehr aus Frankreich nach Grossbritannien und Mallorca bestätigt wurde.

Auch Personen, die etwa im Krankenhaus arbeiten sind einem größeren Risiko ausgesetzt, sich anzustecken und die Krankheit zu übertragen, da sie täglich mit einer großen Anzahl von kranken Menschen in Kontakt kommen.

Am Montag wurden zwei neue Fälle des Coronavirus in Großbritannien bei Mitarbeitern des Gesundheitswesens bestätigt.

Vergangene Beispiele für die Superausbreitung

Beispiele für die Superausbreitung wurden auch bei früheren Ausbrüchen von Infektionskrankheiten, wie etwa SARS (schweres akutes respiratorisches Syndrom) und MERS (respiratorisches Syndrom des Nahen Ostens) beobachtet.

Doch die "Typhus Mary" ist wohl das klassische Beispiel. Es wird angenommen, dass die im 19. Jahrhundert lebende Mary Mallon keine Symptome von Typhus zeigte und die Krankheit durch die von ihr zubereiteten Speisen auf 51 Personen übertragen hat.

Oft gelten Kinder als Superüberträger von Erkältung und Grippe, weil sie die Krankheit in der Schule und im Kindergarten weitergeben aber auch von dort mit in ihre Familie schleppen.