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In Bergkarabach wird weiter gekämpft - Aserbaidschan kontrolliert 45 Orte

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In Bergkarabach wird weiter gekämpft - Aserbaidschan kontrolliert 45 Orte
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In Bergkarabach im Kaukasus wird weiter gekämpft, trotz einer von Russland vermittelten Waffenruhe. Bisher hatten Armenien und Aserbaidschan bestritten, sich gegenseitig anzugreifen.

Aserbaidschans Präsident Ilham Aliyew gab per Twitter bekannt, dass das Militär acht Dörfer "befreit" habe. Die Behörden in der Hauptstadt Baku sprechen von insgesamt 45 Ortschaften, die sie unter ihre Kontrolle gebracht hätten.

Aserbaidschan drängt darauf, dass die Türkei an künftigen Gesprächen beteiligt wird, weist jedoch Behauptungen zurück, dass Ankara im Konflikt aktiv ist.

Ilham Alijew, Präsident von Aserbaidschan:

"Türkische F-16(-Kampfflugzeuge) sind hier. Sie kamen zu Militärübungen und blieben nach dem Training und den armenischen Angriffen hier. Aber sie sind am Boden, nicht in der Luft. Sie haben nicht in diesen Krieg eingegriffen."

Bergkarabach wird von Armenien kontrolliert, gehört völkerrechtlich aber zu Aserbaidschan. Armenien will weiter kämpfen. Man habe wenig Vertrauen in Verhandlungen.

Nikol Paschinjan, Armeniens Ministerpräsident:

"Im Laufe der Jahre sind die Verhandlungen in der Karabach-Frage an einem Punkt angekommen, an dem Aserbaidschan im Wesentlichen das armenische Volk, das karabachische Volk auffordert, auf ihre Rechte zu verzichten."

Anhänger beider Seiten haben in Hauptstädten im Ausland auf Kundgebungen ihre Bedenken ausgedrückt, zuletzt pro-armenische Demonstranten in Paris.

ZUSAMMENBRUCH DER SOWJETUNION

In einem Krieg nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion - Aserbaidschan und Armenien waren Sowjetrepubliken - vor rund 30 Jahren hatte Aserbaidschan die Kontrolle über das Gebiet verloren. Es wird von christlichen Karabach-Armeniern bewohnt. Seit 1994 galt eine brüchige Waffenruhe. Die Türkei steht in dem Konflikt auf der Seite Aserbaidschans, Armenien hat Russland als Schutzmacht.

Es gab internationale Aufrufe an beide Seiten, den Waffenstillstand einzuhalten, ein Einsatz von Friedenstruppen wird diskutiert.

su mit dpa