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Kleine Olivenbauern in der Coronakrise: Familie ist (nicht) alles

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Olivenernte in einem kleinen Betrieb in der griechischen Region Kalamata
Olivenernte in einem kleinen Betrieb in der griechischen Region Kalamata   -   Copyright  Petros Giannakouris/AP
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Auch die Landwirtschaft bleibt nicht von der Coronakrise verschont. In Griechenland leiden die Olivenbauern unter dem Mangel an ausländischen Arbeitskräften, die aufgrund von Reisebeschränkungen wegbleiben.

Die Olivenölindustrie erwirtschaftete im vergangen Jahr laut Eurostat 790 Millionen Euro. Für das laufende Jahr wird mit einem Rückgang von 20 Prozent gerechnet, auch in der für ihre besonders gute Oliven-Qualität bekannten Region Kalamata.

Dort bewirtschaftet Panagiotis Outsikas seine Olivenhaine. Er klagt: "Es gibt keine Arbeiter für die Ernte. Wir können nicht alle Früchte pflücken. Wir müssen also selbst ran. Wir sind vier Geschwister, die alle Hand anlegen."

Eigentlich wird hier die Ernte bereits im November abgeschlossen. An den Pflückarbeiten kurz vor Weihnachten ist der Mangel an Gastarbeitern, die in der Regel aus Balkanländern stammen, besonders gut abzulesen - und schwer zu verschmerzen. Außerdem ist der Altersdurchschnitt auf dem Land sehr hoch.

Vier statt 100 Saisonkräfte

Schon jetzt steht fest, dass die Vorjahresernte von insgesamt 275.000 Tonnen keinesfalls mehr erreicht werden kann.

Trotzdem hat Olivenbauer Nikos Argyrakis seine Schwester und seine Mutter für die Ernte seiner tausend Bäume mobilisiert. An Saisonkräften standen ihm nur ein Paar aus Albanien und zwei Männer aus Bangladesch zur Seite. Argyrakis stellte fest: _ "In den Vorjahren hatten wird bei uns im Dorf 100 bis 120 Saisonkräfte. In diesem Jahr waren es höchstens 15."_

Griechenland ist der weltweit viertgrößte Produzent von Olivenöl hinter Spanien, Italien und der Türkei. 60 Prozent des "Grünen Goldes" gehen in den Export, das meiste nach Italien.