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Makaberer Covid-Wettlauf - wer ist schneller, das Virus oder die Impfkampagnen

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Makaberer Covid-Wettlauf - wer ist schneller, das Virus oder die Impfkampagnen
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Bange Covid-Frage in Europa: Wer ist schneller – das Virus oder die Impfkampagnen?

FRANKREICH

Nach Kritik an einem schleppenden Start erfasst Frankreich neue Gruppen von Impfkandidaten und hofft, bis Ende des Monats 1 Million Menschen zu schaffen. Jetzt haben über 75-Jährige Zugang und Hochrisikogruppen – etwa Leute mit ernsten Gesundheitsproblemen. Bisher hatten nur eine Viertelmillion Menschen ihre erste Dosis. Jetzt wird mit 6,4 Millionen Impfkandidaten gerechnet.

ITALIEN

Nebenan hat Italien bereits eine Million Menschen geimpft und beginnt nun mit der Verabreichung der zweiten Dosis des Pfizer-BionTech-Serums. Ärzte und Krankenschwestern hatten für die italienische Regierung Vorrang.

Valeria Converti, eine Är´ztin, die gerade die zweite Impfstoffdosis erhalten hat:

"Bei erstenmal hatte ich überhaupt keine Nebenwirkungen und gerade eben bei der zweiten Dosis spürte ich überhaupt nichts, nicht einmal den Stich. Also alles gut. Wir mussten 15, 20 Minuten mögliche Reaktionen abwarten und jetzt gehe ich nach Hause. Alles in Ordnung."

SPANIEN

In Spanien hat Leocàdia Peña, eine 85-jährige Bewohnerin eines Pflegeheims, gerade ihre zweite Dosis bekommen ..... die spanische Regierung, die auch den Moderna-Impfstoff nutzt, will bis zum Sommer 70% der 47 Millionen Einwohner Spaniens schaffen.

NORWEGEN

Mögliche Nebenwirkungen von Covid-Impfstoffen rufen Impfskeptiker auf den Plan. Norwegische Behörden raten bei todkranken älteren Menschen zur Risikoabwägung – angesichts einer überschaubaren Anzahl von Covid-Todesfällen in der Gruppe.

Steinar Madsen, ärztlicher Direktor der norwegischen Arzneimittelbehörde:

„Wir machen uns da keine Sorgen. Es gibt keinen Grund, den Impfstoff zu fürchten. Wir wollen nur mit einer kleinen Gruppe sehr kranker Patienten etwas vorsichtiger umgehen. Ansonsten sehen wir kein Problem, weiter zu impfen.”

GROSSBRITANNIEN

Und Großbritannien erweitert sein Impfprogramm auf die dritte und vierte Prioritätsgruppe, 3,8 Millionen stehen inzwischen auf der Liste. In England haben 10 neue Massenimpfzentren geöffnet - insgesamt 50. Ein makaberer Wettlauf: Während das Programm hochgefahren wird, kommt alle 30 Sekunden jemand in England mit Coronavirus ins Krankenhaus.

DEUTSCHLAND

Das Covid-Infektionsgeschehen in Deutschland scheint langsam abzuflauen. Die deutschen Gesundheitsämter haben dem Robert Koch-Institut (RKI) 7.141 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages gemeldet – laut RKI der niedrigste Wert seit dem 20. Oktober. Vor einer Woche waren dort 12.497 Neuinfektionen registriert worden. An Montagen sind die erfassten Fallzahlen traditionell niedriger, weil am Wochenende weniger getestet wird. Es lässt sich dennoch ein vorsichtig optimistischer Trend erkennen.

"Nach einem starken Anstieg der Fallzahlen Anfang Dezember, einem Rückgang während der Feiertage und einem erneuten Anstieg in der ersten Januarwoche scheinen sich die Fallzahlen wieder zu stabilisieren", so das RKI in seinem Lagebericht am Sonntagabend.

An diesem Dienstag trifft Bundeskanzlerin Angela Merkel die Ministerpräsidenten der Länder, um über das weitere Vorgehen in der Corona-Krise zu beraten. Es wird nochmal mit einer Verschärfung der Maßnahmen gerechnet. Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach erklärt auf Twitter, warum Deutschland nicht darum herumkommt.

Ursprünglich war die nächste Bund-Länder-Schalte für den 25. Januar angesetzt, doch angesichts der Mutationen des Virus und des starken Infektionsgeschehens in ganz Europa wurde der Termin vorgezogen.

ISRAEL

Die weiteren Aussichten: Erste Impferfolge meldet Israel über seine vergleichsweise schnelle Impfkampagne. Die Krankenkasse Maccabi berichtete von 60 Prozent weniger Infektionen zwei Wochen nach der ersten Dosis.

su mit dpa, AP, AFP