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Bosniens Umgang mit Flüchtlingen - EU zeigt sich verärgert

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Von Euronews
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Bosniens Umgang mit Flüchtlingen - EU zeigt sich verärgert
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Das berüchtigte Flüchtlingslager in Lipa, im Nordwesten Bosniens. Rund 1.000 Migranten harren hier seit Monaten aus. Im Dezember wurde das Lager durch ein Feuer zerstört, doch Bosnien weigerte sich, den Menschen alternative Unterkünfte bereit zu stellen - die Flüchtlinge waren wochenlang in extremer Kälte auf sich allein gestellt.

Auf Druck der Europäischen Union beauftragten die Behörden das Militär, beheizbare Zelte zu errichten. Die Lebensbedingungen der festsitzenden Migranten haben sich nun etwas verbessert. Humanitären Organisationen ist es jetzt auch erlaubt, regelmäßig Hilfsgüter zu verteilen.

"Jetzt sind die Umstände in Lipa besser als vorher", sagt Shirin Quraishi aus Afghanistan. "Wir haben hier Zelte und einen besseren Platz. Manchmal ist es ein bisschen kalt, aber mit der Heizung kommen wir zurecht."

AP Photo
Flüchtlingslager in LipaAP Photo

EU will mit Bosnien sprechen

Die EU unterstützte die Einrichtung einer provisorischen Unterkunft in Lipa. Doch EU-Innenkommissarin Ylva Johansson zeigte sich weiterhin verärgert über das Verhalten der lokalen Behörden. Am Donnerstag traf die Schwedin in Lipa ein - auch, um mit Regierungsvertretern Bosniens über die Flüchtlingssituation zu sprechen.

Viele Flüchtlinge, die eigentlich nach Westeuropa wollen, werden an der bosnisch-kroatischen Grenze von der kroatischen Polizei zurückgedrängt. Dies ist nicht mit internationalem Flüchtlingsrecht vereinbar. Das politisch instabile und verarmte Balkanland erholt sich immer noch von seinem eigenen Krieg in den 1990er Jahren.

Die Menschen, von denen viele vor Krieg und Armut geflohen sind, können nicht weiter und müssen vorerst in Bosnien verharren. Ihr Schicksal bleibt offen.