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Nach Thrombose-Fällen: Johnson & Johnson verschiebt Europa-Start

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Nach Thrombose-Fällen: Johnson & Johnson verschiebt Europa-Start
Copyright  David Zalubowski/AP
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Wegen möglicher schwerer Nebenwirkungen verzögert der US-Pharmakonzern Johnson & Johnson die Auslieferung seines Corona-Impfstoffs in Europa.

Man habe Berichte über Sinusvenenthrombosen erhalten und sich für die Verzögerung entschieden, hießes seitens des Konzerns. Man arbeite nun mit Experten und den Gesundheitsbehörden an der Untersuchung der Fälle.

Zuvor hatten die US-Gesundheitsbehörden nach mehreren ungeklärten Fällen seltener Thrombosen eine vorübergehende Aussetzung von Corona-Impfungen mit dem Mittel in den USA empfohlen. Die amerikanische Arzneimittelbehörde FDA verwies auf das Auftreten einer seltenen Thromboseart in sechs Fällen.

Sechs Fälle werden untersucht

Bislang seien mehr als 6,8 Millionen Dosen des Impfstoffes, der Ende Februar in den USA zugelassen worden war und von dem es nur eine Dosis braucht, in den USA gespritzt worden. Derzeit würden sechs Fälle untersucht, bei denen es zwischen 6 und 13 Tagen danach zu Sinusvenenthrombosen gekommen sei. In drei Fällen sei zusätzlich eine Thrombozytopenie, also ein Mangel an Blutplättchen, gemeldet worden. Betroffen seien Frauen im Alter zwischen 18 und 48 Jahren.

Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hatte vergangene Woche mitgeteilt, Fälle von Thrombosen nach einer Impfung mit dem Vakzin von Johnson & Johnson zu prüfen. Es seien vier ernsthafte Fälle von Blutgerinnseln aufgetreten, eine Person sei gestorben. Die Behörde hatte betont, dass ein Zusammenhang mit dem Impfstoff des US-Herstellers noch nicht festgestellt worden sei.

Wichtiger Baustein in der Impfstrategie

Der von der Unternehmenstochter Janssen in den Niederlanden entwickelte Impfstoff ist der vierte, der in der EU zugelassen wurde und galt als wichtiger Baustein in der Impfstrategie.

Am Montag hatte Johnson & Johnson mit der Lieferung seines im März zugelassenen Impfstoffes in die EU-Staaten begonnen. Die Brüsseler Behörde erwartet bis Ende Juni 55 Millionen Dosen des Impfstoffs. Gut 10 Millionen Dosen sollen nach Deutschland gehen.

Im März hatten ähnliche Probleme mit Thrombosefällen zur vorübergehenden Aussetzung des Impfstoffs von Astrazeneca in Europa geführt.

Die Impfung mit dem Wirkstoff ist nun in vielen europäischen Ländern auf ältere Menschen beschränkt.