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Impfpriorisierung für Johnson&Johnson-Vakzin wird aufgehoben

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Johnson&Johnson-Impfung in einer Apotheke in Antwerpen, Belgien, 30.04.2021
Johnson&Johnson-Impfung in einer Apotheke in Antwerpen, Belgien, 30.04.2021   -   Copyright  AP Photo/Virginia Mayo
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Die Impfpriorisierung für den Corona-Impfstoff des US-amerikanischen Pharmakonzerns Johnson & Johnson wird mit sofortiger Wirkung aufgehoben. Das teilte der deutsche Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) an diesem Montag auf einer Pressekonferenz in Berlin mit: "Es bleibt wichtig, dass wir Tempo haben und halten bei der Impfkampagne. Dafür ist auch der Impfstoff von Johnson & Johnson wichtig, er hat nämlich einen qualitativen Unterschied zu den Impfstoffen, die wir bereits haben. Er muss nur einmalig verabreicht werden, um die volle Wirkung zu entfalten."

Ähnlich wie der Impfstoff von AstraZeneca wird der Einmalimpfstoff von Johnson & Johnson zukünftig bei Menschen über 60 eingesetzt. Dennoch können sich auch jüngere Menschen nach einer Beratung mit dem Hausarzt mit ihm impfen lassen, wie die Gesundheitsminister von Bund und Ländern an diesem Montag entschieden.

Im Zusammenhang mit dem Johnson & Johnson-Impfstoff war, ebenfalls wie bei AstraZeneca, über seltene Fälle von Hirnvenenthrombosen berichtet worden. Aus diesem Grund hat die Ständige Impfkommission ihre Empfehlung für Menschen über 60 vorgeschlagen. Gesundheitsminister Spahn erklärte, dass man bislang in Deutschland noch keine ausreichenden Daten über die Nebenwirkungen habe. Daher müsse man sich auf Studien aus anderen Ländern verlassen.

10 Millionen Dosen bis zum Sommer

Ferner sagte Spahn: "Ich geh davon aus, dass wir bis Ende Mai alle über 60-Jährigen in Deutschland, Ende Mai, Anfang Juni, die geimpft werden wollen, auch werden haben impfen können. Nun ist es aber so, dass wir die größten Mengen und Lieferungen von Johnson & Johnson für Ende Juni/Juli erwarten, nämlich über zehn Millionen Dosen."

Der Impfstoff von Johnson & Johnson würde in Deutschland überwacht und seine Nebenwirkungen durch das Paul-Ehrlich-Institut geprüft. Mit dem Einmalimpfstoff sind bislang erst 18.000 Menschen geimpft worden. Ein Großteil der bestellten Lieferung wird für Juni und Juli erwartet.

Schon in der vergangenen Woche war die Impfpriorisierung für den AstraZeneca-Wirkstoff aufgehoben worden. Aus diesem Grund können sich nun Impfwillige nach einer Beratung mit ihrem Hausarzt damit impfen lassen.

Insgesamt sind in Deutschland rund 34,5 Millionen Menschen zumindest einmal geimpft worden, das entspricht fast 32 Prozent der Bevölkerung. An diesem Montag übermittelt das Robert-Koch-Institut (RKI) 6.922 Neuinfektionen innerhalb von 24 Stunden, allerdings fallen die Daten zum Wochenbeginn meist niedriger aus, da am Wochenende weniger getestet wird. Am Montag vor einer Woche waren dem RKI noch 9.160 Neuinfektionen gemeldet worden. Die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 119,1. In der Vorwoche lag sie noch bei 146,9.