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Raketenhagel über Tel Aviv - Israel bombardiert Hamas-Anführer

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Raketenhagel über Tel Aviv - Israel bombardiert Hamas-Anführer
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Die Spirale der Gewalt in Nahost dreht sich unvermindert weiter: In der Nacht zu Sonntag erging ein wahrer Raketenhagel über Tel Aviv. Die Angriffe aus dem Gazastreifen auf die Küstenmetropole waren so intensiv wie nie zuvor.

"Kein Land würde dies tolerieren"

Derweil verstärkt Israels Militär seine Attacken auf ranghohe Hamas-Mitglieder. Häuser von mehreren Kommandeuren seien zerstört worden, hieß es. Zudem drohte die Armee der Hamas-Führungsriege mit gezielten Tötungen.

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte, der Einsatz werde so lange wie nötig weitergehen: "Kein Land würde dies tolerieren. Israel hat energisch auf die Angriffe reagiert. Und wir werden weiterhin energisch reagieren, bis die Sicherheit unserer Menschen wiederhergestellt ist."

Unter anderem wurde Haus des Hamas-Chefs Jihia al-Sinwar im Gazastreifen beschossen. Das Gebäude in Chan Junis im Süden des Küstengebiets habe als "militärische Infrastruktur der Terrororganisation Hamas" gedient, teilte die israelische Armee am Sonntag mit. Auch das Haus von Al-Sinwars Bruder Mohammed, ebenfalls ein ranghohes Mitglied der im Gazastreifen herrschenden islamistischen Hamas, sei angegriffen worden.

Laut Armee wurden binnen 24 Stunden 90 Ziele militanter Palästinenser bombardiert. Nach palästinensischen Angaben waren es die bisher schwersten Luftangriffe im Gazastreifen. In der Stadt Gaza wurden nach Augenzeugenberichten fünf Häuser zerstört. Man befürchte viele Tote und Verschüttete unter den Trümmern.

"Diese kriminelle Armee tötet Frauen und Kinder"

Hamas-Führer Ismail Haniyeh, der an einer pro-palästinensischen Demonstration in Doha in Katar teilnahm, verurteilte das Vorgehen Israels aufs Schärfste. "Diese kriminelle Armee tötet Frauen und Kinder mit F-16-Kampfjets. Sie dachten, dass sie damit den Widerstand des Volkes brechen könnten."

Zu Protesten und Ausschreitungen kam am es Samstag, dem Tag der Nakba (Katastrophe), an dem Palästinenser der Vertreibung und Flucht im Zuge der israelischen Staatsgründung 1948 gedenken.

Rund 500 Menschen demonstrierten in Ramallah im Westjordanland. Bei Protesten im Südlibanon an der Grenze zu Israel kam es zu Zusammenstößen mit israelischen Sicherheitskräften. Truppen der libanesischen Armee versuchten ebenfalls, Demonstranten vom Grenzzaun zu vertreiben. An den Protesten waren auch Anhänger der libanesischen Hisbollah beteiligt.