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Europäischer Lux-Filmpreis an deutsche Koproduktion

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Von Christopher Pitchers
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Europäischer Lux-Filmpreis an deutsche Koproduktion
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Die deutsche Koproduktion "Kollektiv - Korruption tötet" hat den europäischen Lux-Publikumspreis gewonnen. Der Präsident des Europaparlaments, David Sassoli, überreichte die Auszeichnung am Mittwoch in Straßburg an den deutsch-rumänischen Regisseur Alexander Nanau.

Nanaus Dokumentation handelt von einer Brandkatastrophe in einem Bukarester Musikclub, bei der 2015 zahlreiche Menschen ums Leben kamen. Nanau sagte, der Preis für den Film über einen Brand sei vordergründig für alle Opfer und ihre Familien, denen bis heute keine Gerechtigkeit zu teil geworden sei. Er sei auch eine Auszeichnung für die Widerstandskraft und den Mut normaler Bürger, die die Wahrheit erzählt und die rumänische Gesellschaft verändert hätten.

In einem Land wie Rumänien sei es wichtig, mehr europäische Kulturförderung zu haben und die Verwendung dieser Mittel zu kontrollieren, sagte Nanau. Die rumänische Politik schere sich nicht um die Kultur. Während der Pandemie habe es keine Kultur- oder Filmförderung gegeben. Die letzten Mittel seien 2019 gezahlt worden.

Der Film war eine von drei Produktionen, die europäischen Unterstützung erhielten. Insgesamt wurde die Filmindustrie in den vergangenen 20 Jahren mit rund 2,6 Milliarden Euro gefördert. Für die nächsten sechs Jahre hat Brüssel allein 1,4 Milliarden Euro vorgesehen, eine erhebliche Steigerung.

Derzeit liegt die Zahl der Kinobesucher aber praktisch auf einem Nullpunkt - daher sieht die Zukunft der europäischen Filmbranche alles andere als gut aus. Die Pandemie hat die Sehgewohnheiten der Menschen verändert. Nicht mehr Kino, sondern Streaming-Abos sind gefragt. Wie also kann die Filmindustrie überleben?

Es müsse sichergestellt werden, dass die Branche starke und erfahrene Regisseure beschäftige und auch junge Talente fördere, meint der Fimproduzent Kasper Dissing. Dies könne aber nur mit öffentlicher Hilfe geschehen, denn für die Beschäftigten sei die Industrie keine Gewinnmaschine. Doch für die Gesellschaft und die Kultur sei die Talentförderung sehr wichtig.

Erstmals wird der Lux-Preis in diesem Jahr in Zusammenarbeit des Europaparlaments mit der Europäischen Filmakademie als Publikumspreis vergeben. Neben den Abgeordneten des Europaparlaments konnten auch Bürgerinnen und Bürger der EU abstimmen. Die Stimmen der beiden Gruppen zählten zu je 50 Prozent. Vom Stiftungsjahr 2007 bis 2019 wurde der Lux-Preis nur vom Europaparlament verliehen.

Journalist • Stefan Grobe