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Angst vor den Taliban

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Von Luis Nicolas Jachmann
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Angst vor den Taliban
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In Uniform gekleidete Männer laufen eine Bergkette hoch. In ihren Händen halten sie Sturmgewehre. Es sind Bilder aus der letzten Hochburg des Widerstands gegen die Taliban. Im Pandschir-Tal nördlich von Kabul wehren sich bewaffnete Einheiten noch gegen die Machtübernahme der islamistischen Terrorgruppe. Doch die Frage, wie lange der Widerstand hält, drängt sich auf. Denn bereits am Sonntag vermeldeten Taliban-Sprecher über die sozialen Medien, dass - so wörtliche "hunderte Kämpfer" auf dem Weg ins abtrünnige Gebiet seien.

Furcht und Verzweiflung im ganzen Land

Im Süden Afghanistans, an der Grenze zu Pakistan ist jeglicher Widerstand schon zunichte gemacht. Die Bewohner:innen leben hier bereits unter der Terrorherrschaft der Taliban. Zerstörte Gebäude zeugen von Gefechten zwischen Streitkräften der de-facto abgesetzten Regierung und der Taliban in der Provinz Helmand. Die Islamisten haben diese Region wie nahezu das ganze Land unter Kontrolle gebracht. Der Zivilbevölkerung, so sagen die Taliban selbst, gehe es unter ihnen gut.

Menschenrechtsverletzungen in Afghanistan

Jüngste Berichte der Vereinten Nationen und westlicher Hilfsorganisationen über Massenhinrichtungen widersprechen diesen Taliban-Verlautbarungen. Das erklärte Ziel ist ein Scharia-Staat. Die Unterdrückung von Frauen ist jetzt schon überall sichtbar - auch in Kabul. "Die Taliban haben in der Vergangenheit viele Grausamkeiten begangen. Viele hier haben Angst vor den Taliban und übermalen Fotos, um die Münder zu verstecken. Sie haben Angst vor Repressalien durch die Taliban", erzählt ein Bewohner von Kabul.

Die afghanische Gesellschaft in einem Land, in der die Taliban über das tägliche Leben bestimmt, steht vor einer Zeitenwende. Gleichberechtigung, Meinungsfreiheit und die Achtung der Menschenrechte sind stärker denn je gefährdet.