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Was ist drin, im Impfstoff von BioNTech-Pfizer?

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Von Rafael Cereceda
Impfstoff von Pfizer/BioNTech
Impfstoff von Pfizer/BioNTech   -   Copyright  AP Photo

BTN162 - in Deutschland besser bekannt als "Comirnaty" - ist der am weitesten verbreitete Covid-19-Impfstoff der Welt. Er fließt seit Ende Dezember auch in den Venen vieler Europäer. Seit Dezember ist der Impfstoff sogar für Kinder und Jugendliche in der EU zugelassen. Einige stehen dem in Rekordzeit entwickelten Mittel gegenüber skeptisch gegenüber, in Anti-Impf-Foren wird über mysteriöse Inhaltsstoffe spekuliert.

Die US-amerikanischen, kanadischen und britischen Arzneimittelbehörden haben die Liste der Inhaltsstoffe veröffentlicht, die im Impfstoff von BioNTech-Pfizer enthalten sind.

Pfizer selbst weist auf seiner Informationsseite über den Impfstoff darauf hin, dass die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA den Impfstoff noch nicht endgültig zugelassen hat, sondern nur "aufgrund der durch die Pandemie verursachten Notsituation" die vorläufige Verwendung genehmigt hat.

Revolutionäre Boten-RNA-Technologie

Das Revolutionärste an dem Vakzin ist sein Wirkstoff, die Boten-RNA oder mRNA, die zum ersten Mal in einem Impfstoff eingesetzt wird. 30 Mikrogramm des aktiven Wirkstoffs sind in BTN162 enthalten.

Dabei handelt es sich um genetische Informationen aus dem eigentlichen Virus, die dem Körper genügend Anhaltspunkte geben, um sich gegen Angriffe des Corona-Virus zu verteidigen. Dabei werden allerdings nur Virusbausteine gespritzt und nicht, wie bei einigen konventionellen Impfungen, ein abgeschwächtes Virus verimpft.

AP Photo
Das Coronavirus unter dem Mikroskop. Das S-Glykoprotein ist die blaue Färbung um das Virus herumAP Photo

Konkret kodiert der Wirkstoff das S-Glykoprotein (auch Spike-Protein genannt) des Virus - die charakteristische Zackenform, die wir unter dem Mikroskop sehen können, und die es dem SARS-CoV-2-Virus ermöglicht, in Zellen einzudringen. Mit dieser Information kann sich der Körper zur Wehr setzen, wenn er mit dem echten Coronavirus konfrontiert wird.

Die fragile mRNA muss in einem Partikel transportiert werden, das hauptsächlich Lipide (Fette) und Zucker enthält, um in die Zellen des Körpers zu gelangen. Deshalb muss es bei Temperaturen von -70°C gelagert werden - einer der Hauptnachteile dieses Impfstoffs und eine echte logistische Herausforderung für die Massenversorgung.

Im Impfstoff von BioNTech-Pfizer sind folgende Lipide enthalten:

  • (4-hidroxibutilo) azanediol) bis (hexano-6,1-diol) bis (ALC-3015)
  • (2- hexildecanoato), 2 - [(polietilenglicol) -2000] -N, N-ditetradecilacetamida (ALC-0159)
  • 1,2-Distearoyl-sn-Glycero-3-phosphocholin (DPSC)
  • Cholesterin

Es enthält auch Saccharose, die hilft, die Partikel zu konservieren, und eine gängige Kochsalzlösung, bestehend aus:

  • Natriumphosphat einbasig
  • Kaliumchlorid-Dihydrat
  • Natriumchlorid
  • monobasisches Kaliumphosphat

Die Hauptfunktion der Salze besteht darin, den Säuregehalt des Impfstoffs zu regulieren.

In einer Analyse des Impfstoffs zusammen mit Experten erklärt das Journal des Massachusetts Institute of Technology, dass Pfizer wahrscheinlich nicht 100 % der Inhaltsstoffe veröffentlicht hat, weil die genetische Sequenz der mRNA des Virus und die genauen Nukleoside, die es verändert hat, nicht bekannt sind. "Wir glauben, dass Pfizer nicht genau spezifiziert hat, welche Sequenz es verwendet oder welche Nukleoside es modifiziert hat. Das bedeutet, dass der Inhalt des Impfstoffs möglicherweise nicht zu 100 % öffentlich ist", sagt Autor Antonio Regalado.

Mögliche Nebenwirkungen

In der von Pfizer veröffentlichten Packungsbeilage werden mögliche Nebenwirkungen aufgeführt:

  • Schmerzen an der Injektionsstelle
  • Ermüdung
  • Kopfschmerzen
  • Muskelschmerz
  • Schüttelfrost
  • Gelenkschmerzen
  • Fieber
  • Schwellung oder Rötung an der Injektionsstelle
  • Übelkeit
  • Gefühl des Unbehagens
  • geschwollene Lymphknoten (Lymphadenopathie)

Die Packungsbeilage warnt auch vor einer "geringen Wahrscheinlichkeit" einer schweren allergischen Reaktion und vor schweren, unbekannten Nebenwirkungen. Sie weist außerdem darauf hin, dass derzeit nicht bekannt ist, wie lange es vor dem Virus schützt, das Covid-19 verursacht. Der mögliche Zusammenhang zwischen dem Impfstoff und Fällen von Bells Lähmung ist ebenfalls unklar und scheint zum jetzigen Zeitpunkt eher unwahrscheinlich.

Der Impfstoff wurde in Rekordzeit entwickelt und wirft viele Fragen auf, aber seine Inhaltsstoffe sind, abgesehen von der neuen Boten-RNA-Technologie, recht gängig, und er enthält weder Aluminium noch die mysteriösen Bestandteile, die ihm in bestimmten Anti-Impf-Foren angelastet werden.