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1961: Nobelpreis für jugoslawischen Schriftsteller Ivo Andrić

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Von Euronews
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Literaturnobelpreisträger Ivo Andrić
Literaturnobelpreisträger Ivo Andrić   -   Copyright  AFP

Serbien erinnert sich: Vor 60 Jahren gewann der damals jugoslawische Schriftsteller Ivo Andrić den Nobelpreis für Literatur, dem bislang einzigen für das Balkanland.

Bis zu seinem Tod im Jahr 1975 lebte er in einer Belgrader Wohnung, mit Blick auf einen Park. Heute ist die Wohnung ein Museum, das dem Schriftsteller gewidmet ist. Darin befindet sich sein Arbeitszimmer, so wie es damals aussah.

Der serbisch-bosnische Autor Muharem Bazdulj erklärt die Besonderheiten in Andrićs Werken: "Es gibt Schriftsteller, deren Wortschatz und Satzbau für den Durchschnittsleser unsympathisch sind. Andrić kann jeder lesen. In dieser Sprache wusste er, wie man Geschichten erzählt. Für das Nobelkomitee war die epische Kraft entscheidend, mit der er die Geschichte seines Landes erzählt hat."

Der Nobelpreis war wichtig für die weltweite Anerkennung der kleinen Kultur, aus der Andrić kam. Wer in seiner Bibliothek ist, könne feststellen, dass Andrić Bücher in sieben, acht unterschiedlichen Sprachen gelesen habe, erzählt Bazdulj. "Er fühlte sich in der gesamten europäischen Kultur zu Hause."

Als er den Nobelpreis erhielt, war Andrić bereits ein anerkannter Schriftsteller, dessen Bücher in mehrere Sprachen übersetzt worden waren.

Die Auszeichnung sei für ihn eine Art Bestätigung, dass er Teil der modernen Weltliteratur sei, so Bazdulj. Für den 44-Jährigen ist die Literatur Andrics‘ zeitlose Kunst: "Man findet etwas, das einem den Weg zeigt oder die Bestätigung gibt, dass man auf dem richtigen Pfad ist. Auch das ist manchmal kostbar."

Sein gesamtes Preisgeld spendete Andrić, um Bücher zu erwerben, für Bibliotheken in seinem Heimatland, dem damaligen Jugoslawien.