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Energiekrise: Kosovo verbietet Krypto-Mining

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Von su  mit EFE
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Die Regierung des Kosovo hat mit Verweis auf die Energiekrise im Land das Schürfen von Kryptogeld verboten. Laut Wirtschafts- und Energieministerin Artane Rizvanolli werden die Behörden herauskriegen, wo Cyberwährungen produziert werden und dann zugreifen. Ausfälle in Kohle-Kraftwerken und hohe Importpreise haben den Kosovo in die schwerste Energie-Krise seit einem Jahrzehnt gestürzt. In dem Land am Westbalkan wird auch mit Strom geheizt.

Aktuell importiert das Land mehr als 40 Prozent der Energie, rund 90 Prozent der heimischen Produktion kommt aus Braunkohle - sie gilt als umweltschädlich, weil in Kohlen fast nur Kohlenstoff zur Verbrennungsenergie beiträgt. Daraus wird dann Kohlendioxid. Im vergangenen Monat reagierte die Regierung des Kosovo bereits mit Stromabschaltungen.

BEITRAG ZUR KLIMAKRISE

Vergleichsweise niedrige Strompreise im Kosovo hatten in den vergangenen Jahren zu einem Boom beim Krypto-Schürfen geführt. Dabei werden per Computer neue digitale Münzen erzeugt, oft verbunden von einem hohen Energieverbrauch. In Zahlen: Ein Krypto-Schürfer sagte Medien zufolge („Reuters“), er bezahle im Kosovo für Strom etwa 170 Euro pro Monat und erwirtschafte dafür in dieser Zeit etwa 2.400 Euro Gewinn - bei 26 Prozent Arbeitslosigkeit eine verlockende Alternative.

Laut Uwe Burkert, Chefvolkswirt der Landesbank Baden-Württemberg könnte wegen des hohen Energieverbrauchs die Erderwärmung allein durch das Mining von Kryptowährungen in den kommenden 30 Jahren um zwei Grad zunehmen.

Der Bitcoin ist die weltweit älteste und wichtigste Cyber-Devise. Seit 2008 hat sie eine rasante Wertsteigerung hingelegt - allerdings mit spektakulären Wertschwankungen.

Auch das Interesse an anderen Kryptowährungen wie Ethereum (Ether), Litecoin und Ripple nimmt zu. Viele Notenbanken prüfen derzeit die Einführung digitaler Versionen ihrer Währungen.

su mit EFE