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Neue Taktik gegen Omikron: Nur noch 3 Monate lang "genesen" und weniger PCR

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Von Alexandra Leistner
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Kinder sollen laut Regierung von der möglicherweise bald kommenden Impfpflicht nicht betroffen sein.
Kinder sollen laut Regierung von der möglicherweise bald kommenden Impfpflicht nicht betroffen sein.   -   Copyright  Michael Probst/AP via dpa

In Deutschland gelten Menschen, die an Covid-19 erkrankt waren, nur noch drei - statt sechs - Monate lang als "genesen". Damit passt das Robert Koch-Institut seine Strategie an die Omikron-Variante an, mit der sich auch Genesene und Geimpfte infizieren können.

Zudem soll angesichts überlasteter Labore die Zahl der PCR-Tests reduziert werden. Auch wenn die Corona-Warn-App auf ROT steht, sollen die Betroffenen jetzt nur noch einen Antigen-Schnelltest machen.

Am Montagmorgen wurden trotz normalerweise niedriger Zahlen - aufgrund von Meldeverzögerungen nach dem Wochenende - neue Rekordwerte vom RKI gemeldet.

Der Inzidenzwert bei den Neuinfektionen mit den Coronavirus in Deutschland hat erneut einen Höchststand erreicht: Die 7-Tage-Inzidenz am Montagmorgen gab das RKI mit 528,2 an. Am Sonntag hatte der Wert noch bei 515,7 gelegen, am Montag vor einer Woche waren es noch 375,5.

Nach den Zahlen des RKI meldeten die Gesundheitsämter in der vergangenen 24 Stunden 34.145 Neuinfektionen. Das sind rund 10.000 mehr als noch vor einer Woche. Insgesamt wurden in Deutschland seit Beginn der Pandemie - nach offiziellen Meldezahlen - 8.000.122 Menschen positiv auf das Coronavirus getestet. Die tatsächliche Zahl dürfte aufgrund von Nicht-Meldungen und vor allem nicht erkannter Infektionen um einiges höher liegen.

30 neue Todesfälle wurden in Zusammenhang mit Covid-19 in Deutschland in den vergangenen 24 Stunden gemeldet. Die höchste Inzidenz hat derzeit der Berliner Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg, der Wert der positiv getesteten Personen auf 100.000 Einwohner liegt bei 1596.3 - im Durchschnitt haben sich dort jeden Tag 4.457 Menschen infiziert.

Neue Verschärfung der Coronamaßnahmen wollen Bund und Länder laut Beschluss im November anhand der sogenannten Hospitalisierungsinzidenz festgelegt werden. Dieser Wert gibt an, wie viele Menschen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen wegen einer Coronainfektion im Krankenhaus liegen. Die Zahl lag am Freitag bundesweit bei 3,23.

Kinder ausgenommen von Impfpflicht.

Nach Kanzler Scholz hat nun auch die grüne Familienministerin Anne Spiegel eine Impfpflicht für Kinder in Deutschland ausgeschlossen.Generell seien Debatte und Umsetzung richtig, so Spiegel im Deutschlandfunk, es müsse aber klar sein, dass es dabei um Erwachsene und nicht Kinder gehe.

Spiegel sagte, die Pandemie sei bisher ein "Härtetest" für Familien gewesen, sie unterstrich vor allem den fehlenden Kontakt zu gleichaltrigen, der für Kinder in allen Altersgruppen wichtig sei. Jugendliche, die sich von den Eltern ja eigentlich abnabeln in dieser Phase, verbrächten besonders viel Zeit zuhause anstatt mit gleichaltrigen von Angesicht zu Angesicht. Auch digitaler Kontakt könne den direkten Austausch nicht ersetzen, so Spiegel.

Indem Erwachsene sich jetzt impfen bzw. boostern ließen, so Spiegel, schützten sie auch Kinder und Jugendliche. Sie sprach von einem "Akt der Solidarität".

Lauterbach sagte, eine Impfpflicht solle drei Impfungen umfassen.