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Vor EU-Afrika-Gipfel: Klimawandel trifft Afrika am härtesten

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Von Stefan Grobe  & Grégoire Lory
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Afrika leidet unter Dürren und anderen Folgen des Klimawandels.
Afrika leidet unter Dürren und anderen Folgen des Klimawandels.   -   Copyright  ZINYANGE AUNTONY/AFP or licensors

"Wïr müssen Afrika bei seinem Klima- und Energiewandel begleiten" - so Emmanuel Macron. Der französische Präsident gibt bei einem der Themen, um die es beim Gipfel am Donnerstag und Freitag zwischen der Europäischen Union und Afrika geht, den Ton an.

Die Zahlen sprechen für sich. Laut UNO werden bis 2030 mehr als 100 Millionen Afrikaner von der Erderwärmung betroffen sein. Dürren, Überschwemmungen, das Abschmelzen seltener Gletscher in naher Zukunft - extreme Klimaereignisse verschärfen Ernährungsunsicherheit und Armut. Die Kosten sind hoch für einen Kontinent mit niedrigem Einkommen.

Die verheerenden Auswirkungen des Klimawandels würden bis 2030 sogar mehr als die Hälfte der Wirtschaftsleistung des Kontinents ausmachen, sagt Robert Muthami von der Friedrich-Ebert-Stiftung in Kenia. Das sei eine bittere Pille, denn Afrika verursache nur etwa vier Prozent des gesamten Treibhauseffekts und der Emissionen.

Afrika hat sich schneller erwärmt als der globale Durchschnitt, erklärt die UNO. Extreme Wetterereignisse bedrohen die landwirtschaftliche Produktion und den Zugang zu Wasser. Diese Spannungen könnten bis 2050 zur Vertreibung von 86 Millionen Menschen führen. Für die EU geht es daher nicht nur um den Klimawandel, sondern auch um soziale Gerechtigkeit.

Die Industrieländer verschmutzen mehr, aber Afrika habe mehr zu erleiden, sagt der sozialdemokratische EU-Abgeordnete Andreas Schieder aus Österreich. Also müsse alles auf ein neues Verständnis von Gerechtigkeit und Zusammenarbeit ausgerichtet werden. Dabei solle nicht vergessen werden, dass der CO2-Ausstoß pro Kopf in Afrika am niedrigsten sei. Am höchsten sei er in Europa, in den USA und in Asien.

Allerdings sind nicht alle afrikanischen Länder bereit, in naher Zukunft auf die Finanzeinnahmen zu verzichten, die durch die großen fossilen Brennstoffreserven des Kontinents erzeugt werden.