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Ukraine: Angriffe gehen weiter - Führung in Kiew lehnt Mariupol-Ultimatum ab

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Von Euronews  mit dpa
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Zerstörtes Gebäude in Satoya bei Kiew
Zerstörtes Gebäude in Satoya bei Kiew   -   Copyright  Rodrigo Abd/AP Photo

In der ukrainischen Hauptstadt Kiew hat es am späten Abend weitere Angriffe der russischen Truppen gegeben. Beim Beschuss von mehreren Gebäuden wurden nach Angaben des örtlichen Zivilschutzes mindestens vier Menschen getötet.

Nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko wurden bei dem Angriff mehrere Wohnhäuser im Stadtteil Podil beschädigt und in Brand gesetzt. Auch ein Einkaufszentrum sei getroffen worden, es sei ebenso wie eine Reihe von davor geparkten Autos in Flammen aufgegangen. Rettungsmannschaften und Sanitäter seien vor Ort, schrieb Klitschko bei Telegram.

AP/AP
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj in seiner VideobotschaftAP/AP

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj äußerte sich in einer Videobotschaft zur Lage in der Stadt Mariupol: "Russische Flugzeuge haben eine Bombe auf eine Kunstschule geworfen. Die Menschen hatten sich dort versteckt. Versteckt vor Beschuss und Bombardierung. Es gab keine militärischen Stellungen. Es waren etwa vierhundert Zivilisten."

Ultimatum nicht akzeptiert

Derweil hat die ukrainische Führung ein Ultimatum Russlands an die seit Wochen belagerte Stadt abgelehnt. "Es wird keine Kapitulation, kein Niederlegen der Waffen geben", sagte Vize-Regierungschefin Irina Wereschtschuk der "Ukrajinska Prawda" am frühen Montagmorgen. Sie forderte vom russischen Militär die Öffnung eines humanitären Korridors in die Hafenstadt mit mehreren Hunderttausend notleidenden Zivilisten.

Russland hatte am Sonntag die ukrainischen Truppen in Mariupol aufgefordert, die Waffen niederzulegen und die Stadt am Montagvormittag zu verlassen. Dazu solle zwischen 10.00 und 12.00 Uhr Moskauer Zeit (8.00 bis 10.00 Uhr MEZ) ein Korridor eingerichtet werden. Das russische Militär schickte ein acht Seiten langes Schreiben und forderte eine schriftliche Antwort ein. Anstatt Ihre Zeit auf acht Seiten Brief zu verschwenden, öffnen Sie einfach einen Korridor", zitierte Wereschtschuk aus ihrer Entgegnung.

Ammoniak im Chemiewerk in Sumy ausgetreten

Auch Charkiw leidet unter schwerem Beschuss. Die Stadt befindet sich aber weiterhin in der Hand der ukrainischen Behörden. Der Großteil der Zivilbevölkerung ist bereits in den Westen des Landes geflohen.

In einem Chemiewerk in der Stadt Sumy in Nordosten der Ukraine trat am Montagmorgen aus noch unbekannter Ursache hochgiftiges Ammoniak aus. Der regionale Militärchef Dmytro Schywytzky schlug unter anderem über Telegram Alarm und appellierte an alle Bewohner im Umkreis von fünf Kilometern um das Chemiewerk, möglichst Keller oder Wohnungen im Erdgeschoss aufzusuchen.

Das stark stechend riechende Gas ist leichter als Luft. Schywytzky machte keine Angaben dazu, wie es zu dem Austritt von Ammoniak in dem Chemiewerk "Sumychimprom" gekommen war. Eine unabhängige Klärung vor Ort war nicht möglich.