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Macron und Le Pen kämpfen um unentschlossene Mélenchon-Wähler:Innen

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Von Anelise Borges
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Jean-Luc Mélenchon
Jean-Luc Mélenchon   -   Copyright  Diritti d'autore AFP

Saint-Denis ist ein multikultureller Arbeitervorort nördlich von Paris. Hier hat es eine der größten Überraschungen der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen in Frankreich gegeben. Die Mehrheit der Menschen vor Ort wählten in der ersten Runde für den linken Jean-Luc Mélenchon.

In Saint-Denis sind 60 % der Stimmen an den Linksaußenpolitiker Jean Luc Mélenchon gegangen. Der Gründer der Partei "Unbeugsames Frankreich", der für seine Tiraden gegen die Globalisierung und die "Elite" bekannt ist, hat die zweite Runde nur knapp verpasst - mit nur 400.000 Stimmen.

Damit es eine dritte Runde gibt, nicht nur eine zweite, sondern eine dritte Runde."
Jean-Luc Mélenchon
Gründer der Partei "Unbeugsames Frankreich"

Ein Bewohner von Saint-Denis erklärt, dass es ihm als Franzose mit ausländischem Hintergrund und jemand aus einer Vorstadt einfach gefallen ist, angesichts von Zemmour, Le Pen und Macron eine Wahl zu treffen.

Aber in der zweiten Runde der französischen Präsidentschaftswahlen ist die Lage wesentlich komplexer.

Millionen von Wählerinnen und Wählern müssen sich jetzt zwischen zwei Kandidaten entscheiden, deren Programme sich drastisch von ihrer ursprünglichen Wahl unterscheiden.

22% der französischen Wählerschaft, die für Mélenchon gestimmt haben, müssen sich nun neu entscheiden.

Bob Edme/Copyright 2022The Associated Press. All rights reserved
Werbeplakate von Macron und Le PenBob Edme/Copyright 2022The Associated Press. All rights reserved

Der französische Aktivist Landry Ngang sagt:
"Wir haben eine klare Anweisung gegeben - dieselbe, die wir 2017 gegeben haben - keine Stimme für den Front National. Wir haben es auf alle möglichen Arten gesagt - keine einzige Stimme für die Nationale Front, keine Stimme für die Nationale Versammlung, keine Stimme für Marine Le Pen. Wir haben also eine Wahlanweisung. Jetzt lassen wir unseren Wählern 3 Möglichkeiten - für Emmanuel Macron zu stimmen, sich der Stimme zu enthalten oder einen leeren Wahlzettel einzuwerfen . Wenn Emmanuel Macron die Menschen, die er in den letzten 5 Jahren als 'islamische Linke' oder als 'Woke' usw. beschimpft hat, für sich gewinnen will, liegt es an ihm, sie zu überzeugen."

Jean-Luc Mélenchon trat am Dienstagabend im französischen Fernsehen auf, um seinen Wählerinnen und Wählern mitzuteilen, dass es noch nicht vorbei sei. Er forderte sie auf, sich auf das zu konzentrieren, was nach dem zweiten Wahlgang kommt - die Parlamentswahlen.

Mélenchon fordert die Franzosen dazu auf, ihn zum Premierminister zu wählen, indem sie eine Mehrheit von Abgeordneten der Partei "Insoumise" und der "Volksunion" wählen. Er rufe alle auf, die sich der "Volksunion" und ihrem Programm anschließen wollen, sich an diesem großen Kampf zu beteiligen. So gäbe es nämlich nicht nur eine zweite, sondern auch eine dritte Runde.

Vorerst liegt der Fokus jedoch auf dem politische Duell der beiden letzten Kandidaten im Rennen, das am Mittwoch live im französischen Fernsehen übertragen wird.

Eine Wiederholung der Ereignisse von vor fünf Jahren.

Und sowohl Marine Le Pen als auch Emmanuel Macron hoffen wohl, dass einige Mélenchon-Wähler und -Wählerinnen sich für sie entscheiden.