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Angriff auf Wohnhaus in Tschassiw Jar: Mindestens 15 Tote, Menschen suchen ihre Nachbarn

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Von Euronews  mit DPA/AP/AFP
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Nur ein Sofasessel ist übrig nach dem Einschlag einer russischen Rakete in einem Wohnblock in Tschassiw Jar
Nur ein Sofasessel ist übrig nach dem Einschlag einer russischen Rakete in einem Wohnblock in Tschassiw Jar   -   Copyright  AP Photo/Nariman El-Mofty

Russische Truppen haben auch an diesem Sonntag ihren massiven Beschuss der Region Donezk fortgesetzt. Bei einem Raketenangriff in der Ortschaft Tschassiw Jar 20 Kilometer südöstlich von Kramatorsk sind nach ukrainischen Angaben mindestens 15 Menschen ums Leben gekommen.

Fünf Menschen konnten die Retter lebend aus dem zerstörten Wohnblock bergen. Unter den Trümmern werden jedoch noch mehr als 20 Menschen vermutet. 

"Ich kannte alle Leute, die dort wohnten"

Eine Anwohnerin bricht in Tränen aus. "Ich kannte alle Leute, die dort wohnten. Mir wurde gesagt, dass ein Kind getötet wurde. Es gab nur eine Familie mit einem Kind. Es war Irina mit ihrem neunjährigen Kind. Deswegen sind wir hergekommen, um nach unseren Nachbarn zu suchen. Vielleicht fehlt jemand, ich weiß es nicht."

Das russische Verteidigungsministerium bestätigte den Beschuss von Tschassiw Jar und teilte weiter mit, bei einem Angriff auf die Stadt Slowjansk seien bis zu 100 ukrainische Soldaten getötet worden.

Beim Beschuss einer als Armeestandort genutzten Keramikfabrik seien zudem mehr als Tausend Granaten für US-Haubitzen (vom Typ M-777) zerstört worden.

Kampf um die Achse Charkiw-Donezk

 Der ukrainische Generalstab meldete auch in anderen Teilen des Landes Beschuss, unter anderem rund um die ostukrainische Stadt Charkiw.

Laut britischem Geheimdienst konzentriert Russland seine Angriffe auf die wichtige Autobahnverbindung zwischen Donezk und Charkiw. Erklärtes Ziel Moskaus ist es, die Region Donezk komplett zu kontrollieren.

Dem US-amerikanischen Institute for the Study of War zufolge plant Moskau, die Region Charkiw zu annektieren. Die Erklärungen der prorussischen Separatistenbehörden, wonach die Region Charkiw ein "unveräußerlicher Teil des russischen Territoriums" sei, legen nahe, dass Moskau die Absicht hat, einen Teil oder die gesamte Region zu annektieren.