UN-Resolution für Syrien nicht verlängert - Empörung über russisches Veto

Eine Frau hängt in einem Flüchtlingslager in der Provinz Idlib, Syrien, Wäsche auf.
Eine Frau hängt in einem Flüchtlingslager in der Provinz Idlib, Syrien, Wäsche auf. Copyright Ghaith Alsayed/AP Photo
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Von Euronews mit dpa
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Nach der gescheiterten Einigung im UN-Sicherheitsrat über die Fortsetzung humanitärer Hilfe für notleidende Menschen in Syrien schlagen Hilfsorganisationen Alarm und warnen vor einer Hungerkrise. Die Empörung über ein russisches Veto ist groß.

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Nach der gescheiterten Einigung im UN-Sicherheitsrat über die Fortsetzung humanitärer Hilfe für notleidende Menschen in Syrien schlagen Hilfsorganisationen Alarm. So warnte etwa die Syrien-Direktorin der Deutschen Welthungerhilfe, Else Kirk, eine neue UN-Resolution sei unerlässlich, damit Millionen von Menschen wichtige humanitäre Hilfe bekommen könnten.

Der Generalsekretär des Norwegian Refugee Council (NRC), Jan Egeland, twitterte, ohne grünes Licht für grenzüberschreitende Hilfe werde das Leiden der ohnehin schon erschöpften Bevölkerung grenzenlos sein. Weiter schrieb er: "Unglaublich unverantwortliches russisches Veto gegen die norwegische/irische Resolution."

Die bislang letzte Resolution. die seit 2014 bestand, war am Sonntag planmäßig ausgelaufen. Im UN-Sicherheitsrat hatte Russland ein Veto gegen einen einen von Irland und Norwegen verfassten Resolutionsentwurf eingelegt, der die Fortsetzung um ein weiteres Jahr vorsah. 

Eine Gegenresolution von Russland, nach der der Grenzübergang Bab al-Hawa im Nordwesten Syriens zunächst nur für weitere sechs Monate offen bleiben sollte, fand auch keine Zustimmung.

Im Nordwesten Syriens leben nach UN-Angaben rund 4,4 Millionen Menschen. Mehr als die Hälfte von ihnen sind Vertriebene, von denen viele seit Jahren in Lagern wohnen. 4,1 Millionen Menschen in der Region brauchen humanitäre Hilfe.

Syrien leidet nicht nur unter den Folgen des Bürgerkriegs, sondern auch unter einer schweren Wirtschaftskrise. Nach UN-Schätzungen leben mehr 90 Prozent der Menschen unter der Armutsgrenze. Millionen haben zu wenig zu essen.

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