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Streikwelle ebbt nicht ab: "Heizen oder essen - aber wir wollen beides"

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Von Luke Hanrahan mit Euronews
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Grassmarket-Viertel in Edinburgh im August 2022 - Mülltonnen quellen über
Grassmarket-Viertel in Edinburgh im August 2022 - Mülltonnen quellen über   -   Copyright  Andrew Milligan/PA

Die Streikwelle in Großbritannien droht sich auszuweiten. Nach Beschäftigten in Häfen, Postangestellten und Beschäftigten im öffentlichen Personenverkehr drohen jetzt auch Gewerkschaften anderer Berufsgruppen mit Arbeitskampf. 

Hintergrund ist die Inflation, die in Großbritannien stärker ansteigt als in weiten Teilen des übrigen Europas. Ein gemeinsames Vorgehen gebe es nicht, sagte der Londoner Regionalbeauftragte der Gewerkschaft Unite Union, Miles Hubbard: "Es hat nichts mit einer nationalen Strategie oder ähnlichem zu tun, es ist etwas, das hier auf lokaler Ebene passiert und das widerspiegelt, was anderswo passiert, weil die Menschen im ganzen Land dasselbe fühlen. Nur deshalb scheint es koordiniert zu sein, weil die Menschen überall dasselbe empfinden und zu demselben Schluss kommen. Genug ist genug, wir werden das nicht länger hinnehmen."

Busverkehr in London gestoppt

Zu Wochenbeginn haben in London die Busfahrerinnen und Busfahrer gestreikt. Sie protestierten damit gegen Lohnerhöhungen unterhalb der Inflationsrate.

Michelle Braveboy ist Londoner Regionalbeauftragte der Unite Union: "Arbeitskampfmaßnahmen gibt es in allen Branchen und Bereichen, weil alle die finanziellen Auswirkungen spüren. Es ist eine einzigartige Situation, und ich denke, sie wird sich in Zukunft noch verschärfen."

Euronews-Korrespomndent Luke Hanrahan kommentierte in London: "Die Finanzen sind ein Thema, das den Busfahrern mehr am Herzen liegt als alles andere, und weil die Lebenshaltungskosten so stark gestiegen sind und der Winter vor der Tür steht, werden sie diesen Kampf fortsetzen, bis eine Lösung gefunden ist."

"Heizen oder essen - wir wollen beides"

Abdul Hanafi ist einer der Busfahrer, die meinen, dass die Realität für die Beschäftigten hart ist: "Entweder heizen oder essen, eines von beidem, und wir wollen beides, deshalb machen wir das hier. "

John Landswown ist Koch und im März vergangenen Jahres beim Fährunternehmen P & O Ferries entlassen worden. Eine achthundertköpfige Belegschaft wurde durch billigeres Leihpersonal ersetzt.

Er glaubt, dass die Gewerkschaften standhaft bleiben müssen: "Der Wettlauf nach unten hat bereits begonnen, und die Gewerkschaften haben absolut Recht, wenn es um den Schutz der Arbeitsbedingungen geht. Die Regierung hat es zugelassen, dass P & O Ferries Anfang des Jahres 800 Seeleute entlassen hat."

Luke Hanrahan fragt nach: "Hat die Gewerkschaft RMT (Rail, Maritime and Transport Union) geholfen?"

John Landswown: "Sie hat sich im Nachhinein zu Wort gemeldet, aber da war es schon zu spät, denn das Pferd war schon abgezäumt."

Es war und bleibt ein Sommer der Streiks - vor einem möglichen Winter der Unzufriedenheit für Großbritanniens Beschäftigte.