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Gaslecks in der Ostsee: mögliche Sabotage an Nord-Stream-Pipelines

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Von Euronews
Luftaufnahme der Wasseroberfläche über einem er Gaslecks
Luftaufnahme der Wasseroberfläche über einem er Gaslecks   -   Copyright  AP/AP   -  

Die Gas-Pipelines Nord Stream 1 und Nord Stream 2 haben offenbar mehrere Löcher. Die Lecks sind nahe der Insel Bornholm in schwedischem und dänischem Hoheitsgebiet lokalisiert worden.

"Es gibt drei Lecks in einiger Entfernung zueinander", bestätigte Dänemarks Ministerpräsidentin Mette Frederiksen, "deshalb ist es schwer vorstellbar, dass es sich um einen Zufall handelt."

Drei Lecks, kein Zufall – es mehren sich die Vermutungen, da ss die Pipelines Ziele von Sabotage geworden sind. Auch Russlands Regierungssprecher Dmitri Peskow schließt eine mutwillige Zerstörung nicht aus. Er sprach von einer besorgniserregenden Situation, die dringender Aufklärung bedürfe. Russland sei sehr beunruhigt deswegen.

Die Pipelines verbinden Russland mit Deutschland, der größte Teil verläuft in der Ostsee. Sie verlaufen an der beschädigten Stelle etwa 70 Meter unter dem Meeresspiegel. Sie sind extrem robust gebaut. Experten halten eine unabsichtliche Beschädigung gleich an mehreren Stellen für äußerst unwahrscheinlich. Der Aufwand für einen Anschlag ist zudem so hoch, dass die Beteiligung eines Staates an dem Sabotageakt nicht ausgeschlossen ist.

Video des dänischen Militärs, das die aufsteigenden Blasen an der Wasseroberfläche zeigt

Gefunden hatten die Lecks dänische Militärflieger. Sie hatten am Montag nahe der Insel Bornholm aufsteigende Blasen entdeckt, das Gebiet wurde für Schiffe weiträumig gesperrt. Zuvor hatte die Betreiberfirma von Nord Stream 2 große Probleme eingeräumt, das Leck zu finden. Das Unternehmen ist demnach wegen der Sanktionen gegen Russland weitgehend handlungsunfähig.

Entwarnung gaben dagegen Umweltverbände: Das austretende Methangas, heißt es, habe kurzfristig nur begrenzte Auswirkungen auf die Umwelt. Mittelfristig jedoch trägt Methan stark zur Klimaerwärmung bei.