220.000 Reservisten eingezogen, Putin hat "keine Pläne" für eine weitere Mobilisierung

Putin beim CIS-Gipfel in Astana 14. Oktober, 2022
Putin beim CIS-Gipfel in Astana 14. Oktober, 2022 Copyright Konstantin Zavrazhin/Sputnik
Von Euronews
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Russland hat nach Angaben von Präsident Putin 220.000 Männer zur Armee einberufen, es gebe keine Pläne für eine weitere Mobilisierung.

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Nach mehreren Gipfeltreffen in dieser Woche hat sich der russische Präsident Wladimir Putin einigen Fragen von Journalist:innen gestellt.

Dabei sagte er unter anderem, dass bei der am 21. September angekündigten Teilmobilmachung 220.000 Männer zur Armee einberufen wurden. Er erwarte, dass die Mobilisierung in zwei Wochen abgeschlossen sei.

Es gebe derzeit keine Pläne, weitere Personen zu mobilisieren. 

Bei der Mobilmachung, laut russischem Verteidigungsministerium zum Ziel hatte, 300.000 Reservisten einzuziehen, hatte es zahlreiche "Fehler gegeben" - wie der Kreml schließlich zugab.

Offenbar erhielten zahlreiche Männer einen Einberufungsbescheid, die aufgrund ihrer körperlichen Verfassung nicht in der Lage sind, in den Krieg zu ziehen.

Laut Plan der russischen Regierung sollten nur Reservisten mit Kampf- und Diensterfahrung eingezogen werden.

"Fehler" bei Teilmobilisierung

23 Prozent der russischen Bevölkerung waren "stolz "auf die Mobilisierung der russischen Truppen, 47 Prozent aber hatten "Angst" vor der Einberufung, so das Ergebnis einer Umfrage des Levada-Instituts.

Nach anhaltender Kritik, auch von staatlichen Institutionen, hatte sich der russische Präsident Wladimir Putin Ende September genötigt, öffentlich Fehler bei der Mobilisierung einzugestehen:

"Fehler müssen korrigiert und in Zukunft vermieden werden. Fehler bei der Mobilisierung, zum Beispiel Väter mit vielen Kindern, Menschen, die an chronischen Krankheiten leiden, oder solche, die nicht in der eingezogenen Altersgruppe sind."

"Wenn wir Fehler gemacht haben, dann müssen wir sie korrigieren und die, die eingezogen wurden, ohne den Kriterien zu entsprechen, nach Hause zurückzuholen", so Putin.

Angeblich müssen sich Eingezogene größtenteils selbst ausrüsten, russische Behörden fordern laut Berichten dazu auf, von Verbandszeug über Helme bis hin zu kugelsicheren Westen vieles selbst zu beschaffen. Und man möge Frauen, Freundinnen oder Mütter um Tampons bitten, für die Erstversorgung von Schusswunden.

"Ukraine zerstören"?

Auf die Frage, ob die Ukraine und Russland nach dem Krieg als Staaten weiterbestehen werden, antwortet Putin: "Wir haben uns nie das Ziel gesetzt, die Ukraine zu zerstören."

Er fügt hinzu, dass es "keinen Bedarf für massive Luftangriffe" auf die Ukraine nach den Angriffen vom Montag gibt. "Für den Moment. Wir werden sehen."

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