Energiekrise in Europa: Wie auf dem Kontinent Strom gespart wird

Eisige 13 Grad sind es bei Grégoire Wallenborn im Home-Office.
Eisige 13 Grad sind es bei Grégoire Wallenborn im Home-Office. Copyright Kijelző mutatja a hőmérsékletet Grégoire Wallenborn házában.
Von Euronews mit AFP, EBU
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Die hohen Energiepreise haben Europa in den Stromsparmodus versetzt. Auch in Belgien, Frankreich und Finnland wird, teils innovativ, gespart.

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Durch die Energiekrise befindet sich Europa im Stromsparmodus. In vielen Ländern werden Maßnahmen getroffen, um den Energieverbrauch zu senken.

Belgien: SlowHeat-Experiment

So auch in Belgien: Dort läuft das „SlowHeat“ Experiment, bei dem die Teilnehmer:innen probieren, ohne Heizung zu leben. Einer davon ist Grégoire Wallenborn, der dick eingepackt in seiner Wohnung arbeitet.

"Vieles ist sowohl physische als auch mentale Gewohnheitssache. Das bedeutet, dass wir uns mit Umständen arrangieren können, die wir davor für undenkbar gehalten hätten", erklärt er: "Dabei muss man aber Schritt für Schritt und in seinem eigenen Tempo vorgehen. Es gibt keine Universallösung."

Das Motto des Experiments, dass belgische Forscher:innen der Universität Louvain 2020 begonnen haben, lautet: "Heiz' den Körper, nicht den Raum". Im nun schon dritten Winter der Testreihe ist der Ansatz aufgrund der hohen Energiepreise aktueller denn je.

Frankreich: Decken gegen die Kälte

Andernorts wird mit konventionelleren Methoden gegen die hohen Preise und die Kälte gekämpft. In der Stadt Tonnerre in Zentralfrankreich wurden Decken an Menschen verteilt, die ihre Heizung aufgrund der gestiegenen Energiepreise herunterdrehen mussten. Innerhalb weniger Stunden wurden 400 Decken verteilt, vor Ende des Jahres wird wohl eine weitere Spendenaktion folgen.

Finnland: Eishockey-Saison von den Energiepreisen bedroht

In Finnland zeigt derweil eine dunkle Eislaufhalle, wie Energiesparmaßnahmen auch aussehen können.

Das Hockeyteam Ahmat aus der Stadt Oulu musste das Training auf öffentliche Freiluft-Eisbahnen verlegen, um Strom zu sparen. Eishockey ist in Finnland zwar der beliebteste Sport, dennoch stehen viele Teams aufgrund der Energie-Preise vor einem riesigen Problem. Jukka Toivakka, der Ausschussvorsitzende des finnischen Eishockey-Verbandes, rechnet mit einer schwierigen Saison und sieht gerade den Jugendsport gefährdet, da dort häufig die finanziellen Rücklagen fehlen.

In ganz Europa sind die Menschen gezwungen, sich an die Energie-Krise zu gewöhnen. Wie gut ihnen das gelingt, wird sich erst zum Winter-Ende zeigen.

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