Datenleck: US-Gericht ordnet Haftverlängerung für "Maulwurf" an

Vor diesem Gericht in Boston musste der Tatverdächtige heute erscheinen
Vor diesem Gericht in Boston musste der Tatverdächtige heute erscheinen Copyright Mark Pratt/AP
Von Euronews mit AP, dpa
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Ein US-Bundesrichter in Boston hat entschieden, dass der 21-Jährige Jack Teixeira vorerst bis MItte kommender Woche in Polizeigewahrsam bleibt. Der Militärmitarbeiter war Donnerstag in seinem Elternhaus festgenommen worden.

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Der Tatverdächtige im Fall der Geheimdienst-Datenlecks in den USA ist in Boston einem Richter vorgeführt worden. Der 21-jährige Mitarbeiter des US-Militärs wurde am Donnerstag von den Bundespolizei FBI festgenommen.

Der Vorwurf gegen ihn lautet auf unbefugte Entfernung, Aufbewahrung und Übermittlung von Verschlusssachen. Nach Angaben der Bundesstaatsanwaltschaft Massachusetts bleibt Jack Teixeira bis zum nächsten Haftprüfungstermin am 19. April in Polizeigewahrsam.

Im Internet kursieren seit mehreren Wochen Dokumente über den russischen Angriffskrieg in der Ukraine. Sie enthalten Informationen zu Waffenlieferungen und Einschätzungen zum Kriegsgeschehen. Auch Einzelheiten zu Spähaktionen der USA gegen Partner gelangten an die Öffentlichkeit.

US-Verteidigungsminister Lloyd Austin erfuhr nach eigenen Angaben erst vor gut einer Woche von dem Datenleck. Dem Verdächtigen droht eine lange Haftstrafe.

Medienberichten zufolge soll der 21-Jährige soll eine Chat-Gruppe auf der Internet-Plattform Discord geleitet haben. Er habe die brisanten Unterlagen zunächst als Abschriften mit der Gruppe geteilt und dort später Fotos von ausgedruckten Dokumenten hochgeladen. Später teilte ein Gruppenmitglied offenbar die Unterlagen außerhalb des Discord-Forums.

USA in Erklärungsnot

Der Skandal hat weite internationale Kreise gezogen und Zweifel an der Verlässlichkeit und Integrität der US-Regierung aufkommen lassen. 

Das US-Verteidigungsministerium will angesichts der Affäre den Zugang zu Geheimdienstinformationen überprüfen. Austin teilte mit, er habe eine Untersuchung über den Zugang zu Geheimdienstinformationen innerhalb seines Ministeriums in Auftrag gegeben. 

Der Vorsitzende des Geheimdienstausschusses im Repräsentantenhaus, der Republikaner Mike Turner, beklagte, die Weitergabe von Verschlusssachen gefährde nicht nur die nationale Sicherheit der USA, sondern wirke sich auch negativ auf die Beziehungen zu internationalen Partnern aus. 

Turner schrieb auf Twitter, man versuche noch, herauszufinden, wie viele Verschlusssachen nach außen gedrungen seien und wie sich die Folgen abmildern ließen.

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